DiGA: Markt für digitale Gesundheitsanwendungen wächst weiter
Für Hersteller von DiGA ist es einem Berater zufolge nicht sinnvoll, eine App für eine Indikation zu entwickeln, für die es bereits verkaufsstarke Anwendungen auf dem Markt gibt.
Foto: imago images/MASKOTKöln. Es gibt eine Reihe von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) für Menschen mit Depressionen. Doch nur zwei Depressions-DiGA kommen bei den Patienten auch an. Das belegen Verordnungszahlen der Techniker Krankenkasse, der Barmer, des AOK-Bundesverbandes und der IKK Classic, die Handelsblatt Inside angefragt hat. Die vier Kassen versichern rund 50 Millionen Menschen. Bei insgesamt rund 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland sind das etwa zwei Drittel aller Versicherten. DiGA sind digitale Anwendungen, die seit Oktober 2020 vom Arzt verordnet und von der Kasse erstattet werden.
Während die vier Kassen für die DiGA Deprexis der Hamburger Firma Gaia und die Depressions-DiGA des Berliner Start-ups Selfapy im ersten Halbjahr 2023 mehrere Tausend Freischaltcodes freigaben, sind es bei den neueren DiGA maximal einige Hundert. Für den Berater Marcus Bergler, der sich seit vielen Jahren mit der Vermarktung von Arzneimitteln beschäftigt, zeigen diese Zahlen, dass es für Hersteller von DiGA nicht sinnvoll ist, eine App für eine Indikation zu entwickeln, für die es bereits verkaufsstarke Anwendungen auf dem Markt gibt. „Es gibt Hersteller, die immer noch DiGA für Depressionen entwickeln“, sagt er. „Ich würde niemandem mehr dazu raten.“