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Ehepaar AchleitnerDie Deutschland-WG

Ann-Kristin Achleitner und ihr Mann Paul wachen künftig über insgesamt sechs Dax-Konzerne. Das Ehepaar steht für den Trend zu professionellen Aufsichtsräten. Unter einem Mangel an Herausforderungen leiden sie nicht.Martin Dowideit, Sebastian Ertinger 14.12.2012 - 10:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Konzentrierte Aufsicht: Das Ehepaar Achleitner sitzt in zahlreichen Kontrollgremien.

Foto: Handelsblatt

Düsseldorf. Kennen gelernt haben sich Ann-Kristin Achleitner und ihr Mann Paul beim Studium an der Elite-Hochschule St. Gallen. Seitdem legen Sie eine Karriere im Gleichschritt hin. Die beiden galten bereits als das „vielleicht einflussreichste Paar der deutschen Wirtschaft“ (WirtschaftsWoche). Und dann kündigte Mitte der Woche der Rückversicherer Munich Re noch an, die Münchener Professorin in den Aufsichtsrat berufen zu wollen. Damit wird das Paar in insgesamt sechs Dax-Konzernen über Strategie und Corporate Governance wachen.

Was früher die Deutschland-AG war – ein Geflecht aus Überkreuzbeteiligungen der großen Konzerne – ist heute die Deutschland-WG. Auf der einen Seite des Küchentischs sitzt Paul Achleitner. Er steht derzeit im Kreuzfeuer. Als Aufsichtsratschef wacht der ehemalige Finanzvorstand der Allianz über die Deutsche Bank und kämpft mit allerlei Krisen, Ermittlungen und schrumpfendem Geschäft. Für sich selbst hat er den Weg zum professionellen Aufsichtsrat eingeschlagen, der allein als Aufpasser agiert. Auch bei Bayer, Daimler und RWE ist er Aufseher. Obendrein sitzt er bei Henkel zwar nicht im Aufsichtsrat, aber im Gesellschafterausschuss.

Juristische Baustellen der Deutschen Bank
Geldwäsche, Steuerhinterziehung, versuchte Strafvereitelung – die Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Deutschen Bank bis in den Vorstand wiegen schwer. Die laufenden Ermittlungen zum Handel mit Luftverschmutzungsrechten sind nicht die einzige juristische Baustelle des größten deutschen Geldhauses. In den ersten neun Monaten 2012 legte der Dax-Konzern 750 Millionen Euro für juristische Risiken zur Seite. Insgesamt schätzt der Konzern seine Rechtsrisiken nach jüngsten Angaben auf 2,5 Milliarden Euro. Ein Überblick.
Das Geschäft mit Zertifikaten zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist millionenschwer. Seit Jahren ist die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft Umsatzsteuerbetrügern auf der Spur, die den deutschen Fiskus um hunderte Millionen schädigten. Schon 2010 gab es in diesem Zusammenhang eine Razzia bei der Deutschen Bank. Im Dezember 2011 wurden sechs Männer einer internationalen Bande verurteilt, mit denen Deutsche-Bank-Mitarbeiter kooperiert haben sollen. In dem Prozess vor dem Landgericht Frankfurt musste sich die Deutsche Bank vorhalten lassen, den grenzüberschreitenden CO2-Zertifikatehandel erst so richtig in Schwung gebracht zu haben. Die Bank hatte seinerzeit betont, es gebe bisher „keine Hinweise auf eine Verstrickung der Mitarbeiter der Bank“. Am Mittwoch durchsuchten Fahnder erneut Geschäftsräume des Instituts. Gegen fünf Mitarbeiter erging Haftbefehl wegen des Verdachts auf Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung, die Zahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 25. Die Ermittlungen zum Umsatzsteuerbetrug richten sich auch gegen Konzernchef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause, weil sie die Umsatzsteuererklärung 2009 der Bank unterzeichneten.
Über Jahre sollen Großbanken den Referenzzins manipuliert haben, um höhere Gewinne zu erzielen. Dass einzelne Mitarbeiter des Dax-Konzerns in den Jahren 2006/2007 an den Tricksereien beteiligt waren, daran gibt es auch nach Angaben der Bank keine Zweifel. Zwei Deutsche-Bank-Mitarbeiter wurden gefeuert. Das Institut schließt nach internen Untersuchungen aber aus, dass das höhere Management an Manipulationen beteiligt war. In die Kritik geraten war der seit Juni amtierende Co-Chef Anshu Jain, der seit Jahren das Investmentbanking verantwortet. Ende November musste sich Rechtsvorstand Stephan Leithner im Bundestags-Finanzausschuss unangenehme Fragen gefallen lassen. Die „London Interbank Offered Rate“ (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe.
Im Dauerclinch um die Pleite des Medienimperiums des inzwischen gestorbenen Leo Kirch droht der Bank eine möglicherweise teure Niederlage. Das Münchner Oberlandesgericht (OLG) verurteilte die Bank zu Schadenersatz. Die Höhe ist noch offen und soll von Gutachtern ermittelt werden. Der damalige Konzern-Chefs Rolf Breuer hatte Anfang 2002 in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit angezweifelt. Wochen danach brach der Kirch-Konzern zusammen. Kirch machte Breuer und die Bank zeitlebens dafür verantwortlich. Dessen Erben fordern in dem Münchner Verfahren gut zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Breuer nennt das Interview heute einen „Unfall“, einen Vergleich lehnte die Bank ab.
Dort landet die Bank wegen Geschäften aus den Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008 immer wieder vor dem Kadi. Oft geht es um windige Hypothekengeschäfte. So soll das Institut Investoren mit Verbriefungsgeschäften übers Ohr gehauen haben. Im Mai schaffte das Geldhaus durch Zahlung von 202 Millionen US-Dollar eine Klage wegen zwielichtiger Geschäfte der US-Tochter MortgageIT aus der Welt.Stand: 13. Dezember 2012, Quelle: dpa

Auf der anderen Seite des Tischs sitzt seine Frau Ann-Kristin. Sie ist bereits Mitglied im Aufsichtsgremium des Handelskonzerns Metro (einem Ex-Dax-Konzern) und des Industriegase-Herstellers Linde. Jetzt kommt die Munich Re hinzu. Das Ehepaar trägt damit Mitverantwortung für das Geschick von deutschen Konzernen mit einem Börsenwert von derzeit zusammen 210 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsprofessorin ist zudem Aufseherin beim französischen Energieversorger GDF Suez und der Schweizer Privatbank Vontobel.

Die Häufung von Ämtern von Aufsichtsräten ist immer wieder ein Grund zur Kritik. Zum einen können dadurch Seilschaften entstehen, zum anderen stellt sich die Frage, über wie viele Unternehmen man effizient wachen kann. Als Mitglied der Kommission für Corporate Governance („gute Unternehmensführung“) weiß Ann-Katrin Achleitner um diese Kritik. Sie kündigt daher im Gespräch mit Handelsblatt Online an, ein Mandat abzugeben.

Sie werde sich im April 2013 nach vier Jahren nicht wieder zur Wiederwahl bei Vontobel stellen. Die Entscheidung sei schon vor vielen Monaten gefallen und stehe „in keinerlei Zusammenhang mit den derzeitigen Herausforderungen der Schweizer Banken“. Sie wolle Zeit für ihre drei Kinder haben, was die Entscheidung für das Mandat in München im Tausch gegen das Schweizer Amt erleichtert habe. Und solange sie weiter am „Center for Entrepreneurial and Financial Studies“ der TU München arbeite, werde sie keine maßgeblichen neuen Mandate annehmen.

Länder mit den meisten Frauen in Führungsetagen
Das Schlusslicht ist Portugal. Hier gibt es nur 4,7 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten. Der Anteil bei Neubesetzungen liegt bei 22,2 Prozent.
Eine ganz niedrige Frauenquote hat Österreich: 8 Prozent. Der Frauenanteil bei Neubesetzungen beträgt 12,5 Prozent.
11,8 Prozent beträgt der Frauenanteil in Spanischen Top-Etagen. Bei Neubesetzungen wurden in 22,7 Prozent Frauen berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Deutschland befindet sich schon in der unteren Hälfte der Tabelle. Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten: 12,8 Prozent. Frauenanteil bei Neubesetzungen: 40,7 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Europa 15,6 Prozent in Vorständen und Aufsichtsräten. Der Frauenanteil bei Neubesetzungen liegt bei 30,8 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
In Dänemark liegt der Frauenanteil bei 17 Prozent unter den Vorständen und Aufsichtsräten. Dafür geben die Skandinavier bei Neueinstellungen Gas: Hier wurden in 50 Prozent Frauen eingestellt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
In England arbeiten 18,2 Prozent Frauen als Vorstand und Aufsichtsrat. Bei Neubesetzungen liegt der Frauenanteil bei 31,6 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
In den Führungsetagen der Franzosen liegt der Anteil der Frauen bei 20,5 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 52,7 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)
Bei den Finnen beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten 27,1 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 23,1 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ).
Der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten beträgt in Norwegen 36,4 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 21,4 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

„Wer professioneller Aufsichtsrat ist, kann sicher sechs bis sieben Mandate handhaben“, sagt Jochen Vetter, Partner der Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller und Experte für Aufsichtsratshaftung. „Von der Erfahrung aus unterschiedlichen Gremien kann jede Firma profitieren.“

Achleitner sagt, sie stimme die Aufteilung ihrer Arbeitszeit eng mit der Universität ab. „Ich habe schon vor der Aufnahme meines ersten Mandats vor einigen Jahren meine Stunden an der Universität auf Teilzeit reduziert“, sagt die 46-Jährige. Bei der Munich Re sei die Wahl vor allem nicht aufgrund eines Mangels an Frauen im Aufsichtsrat erfolgt, sagt sie. Die Kapitalseite hat bereits zwei Frauen in das 20-köpfige Gremium entsandt, die Arbeitnehmerseite ebenfalls. Das freut sie, denn sie selbst ist gegen eine starre Frauenquote.

Mit ihrem Lebenslauf beeindruckt Achleitner, und sie ist eine gefragte Managerin. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist sie ein gern gesehener Gast; sie sitzt in der Jury des vom Handelsblatt verliehenen Wirtschaftsbuchpreises; für die Zeitung „Die Welt“ aus dem Axel-Springer-Verlag kürt sie erfolgreiche Unternehmen. Außerdem ist sie Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Familienunternehmen.

Ihr Mann ist nicht weniger eingespannt: Paul Achleitner hat allein schon als Chefaufseher bei der Deutschen Bank einen Job, der den ehemaligen Allianz-Vorstand voll vereinnahmt. Er muss an mehreren Fronten um den Ruf des Instituts kämpfen. Die jüngsten Durchsuchungen bei dem Geldhaus wegen des Verdachts des Steuerbetrugs, der Geldwäsche und versuchter Strafvereitelung im Zusammenhang mit dem Handel von Emissionszertifikaten ramponieren den Versuch eines Neuanfangs.

Hinzu kommen die Ermittlungen im Skandal um die Manipulation des Leitzinssatzes Libor. Ein ehemaliger Risikoanalyst bezichtigt das Institut zudem, ein Derivateportfolio falsch bewertet zu haben. Und das Traditionshaus schlägt sich weiterhin mit Klagen über US-Hypothekenpapiere herum. Dies alles läuft dem selbstverordneten Kulturwandel der Bank entgegen, den auch Achleitner wortreich propagiert hat.

Im Hintergrund schwelt weiter die Diskussion über eine schärfere Regulierung der Finanzbranche. Hier reichen die Vorschläge bis hin zu einer Zerschlagung der Geldhäuser in Geschäfts- und Investmentbanken. Der Plan des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück träfe das Modell der Deutschen Bank ins Herz.

Auf allerhand Schlachtfeldern muss der gebürtige Österreicher also streiten. Dabei hatte Achleitner noch ein weiteres Spitzenamt angetragen bekommen. So wünschte sich RWE-Aufsichtsratschef Manfred Schneider den Linzer als Nachfolger. Doch mehr als einen Chefkontrolleur kann Achleitner nicht geben. Die Aufgabe bei der Deutschen Bank lastet ihn derzeit voll aus.

Wo Banker die größten Probleme sehen
Die größten Probleme sehen die Manager von Finanzhäusern in der verschärften Bankenaufsicht und der Regulierung. 94 Prozent nannten dies als größte Herausforderung der Branche für die Jahre 2013 bis 2015. Die Unternehmensberatung Steria Mummert und Forsa befragten 120 Führungskräfte aus 120 Kreditinstituten. 100 davon aus Deutschland, 20 aus Österreich. Die Studie wurde im November 2012 veröffentlicht.
An zweiter Stelle stehen die Kosten: 75 Prozent der Bank-Manager sehen den Renditedruck auf der Branche lasten.
Im Zuge der Finanzkrise und der verschärften Regulierung müssen die Banken besser mit ihren Risiken umgehen. Dementsprechend sehen immerhin 74 Prozent der befragten Banker den Umbau des Risikomanagements als Herausforderung.
Ebenfalls große Probleme sehen die Finanzhäuser im Vertrieb und Kundenmanagement. Hier sehen 71 Prozent der Bank-Lenker Herausforderungen.
Neue Anbieter, auch aus fremden Branchen, drängen in das Stammgeschäft der Geldhäuser. 71 Prozent der Finanzmanager sehen dies als Problem.
Die Situation auf den Finanzmärkten belastet natürlich auch die Banken. Dementsprechend beobachten 70 Prozent der Geldhaus-Lenker die Lage in Griechenland und den Kapitalmärkten gespannt.
Mit etwas Abstand, aber dennoch mit großer Sorge, betrachten die Banker die Alterung der Bevölkerung. Die demographische Entwicklung betrachten immerhin 68 Prozent der von Steria Mummert und Forsa befragten als Herausforderung.
Rund 63 Prozent der Geldhaus-Manager erachten den Umbau von Betriebsabläufen als Herausforderung.
Weniger Sorge bereitet den Bank-Lenkern offenbar die Entwicklung der Konjunktur. Nur 53 Prozent gaben dies als Problem an.
Kreditrisiken bringen die Banker auch nicht um den Schlaf: Nur 39 Prozent bereitet dieses Thema Sorgen.
Die Verbesserung der hauseigenen Computersysteme sehen 38 Prozent der Befragten als Herausforderung.
Die geringsten Sorgen bereitet den Bank-Lenkern das Liquiditätsmanagement. Nur 32 Prozent sehen dies als Problem.

Paul Achleitner pflegt ein perfektes Netzwerk in der Finanzbranche und kennt wichtige Köpfe der deutschen Unternehmenslandschaft. Mit Siemens-Chef Peter Löscher soll er in jungen Jahren durch die Wiener Kneipenszene getingelt sein, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Auch die Deutsche-Bank-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain kannte er schon gut, bevor er in den Aufsichtsrat des Instituts einzog.

„Mich persönlich motivieren vor allem das Engagement und die Bereitschaft der Mitarbeiter in der Bank, sich weiterzuentwickeln, weil man auch in einem neuen Umfeld weiter stolz sein möchte auf die Deutsche Bank“, sagte er in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Nach dem Studium in St. Gallen ging der FC-Bayern-München-Fan Paul Achleitner zunächst als Berater zu Bain & Company, seine Frau zu McKinsey. Kurz darauf arbeitete der Ehemann bei der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs in New York. Die schickten ihn dann nach London. Von 1994 bis 1999 war er schließlich Deutschland-Chef der US-Bank in Frankfurt und wechselte im Jahr 2000 zur Allianz. Dort verdiente der 56-Jährige zwar weniger als bei den Wall-Street-Bankern. Doch das dürfte ihn kaum gestört haben.

Denn Paul Achleitner gilt als bescheiden. Er schmückt sich nicht mit Statussymbolen eines erfolgreichen Managers wie riesigen Büros, Yachten, Privatjets oder Schlössern. Das Ehepaar zieht sich auch möglichst aus der Öffentlichkeit zurück. „Wir legen höchsten Wert auf Privatsphäre“, sagte Paul Achleitner einmal der „Süddeutschen Zeitung“.

Statt glamourös und im Lichte der Öffentlichkeit aufzutreten zieht das Duo lieber im Hintergrund die Fäden. Doch selbst wenn die beiden dicke Geschäftsberichte wälzen statt sich auf Cocktail-Partys zu belustigen – angesichts der Sammlung an Aufsichtsmandaten bleibt die Frage, wie umfassend das Ehepaar Achleitner die Kontrollaufgaben erfüllen kann. Und auch, wie klar sie ihre Aufgaben trennen können.

Doch die Ökonomin und Juristin Achleitner tritt dem Verdacht entgegen. „Selbstverständlich gibt es eine ,Chinese Wall‘ bei uns“, so Ann-Katrin Achleitner zu Handelsblatt Online. Es sei eine Frage der Professionalität, privat nicht über vertrauliche Informationen zu reden, die man im Rahmen der Mandate erhalte. Ihr Mann hatte im Handelsblatt zu den Gesprächen am Küchentisch gesagt: „Die letzte Mathearbeit und der nächste Schulausflug interessieren hier mehr als Boni-Programme und Eigenkapitalregeln.“

Aber persönliche Kontakte spielten für das jüngste Mandat von Ann-Kristin Achleitner zumindest eine Rolle. „Es war eine bewusste Entscheidung für den Munich-Re-Aufsichtsrat“, sagt Achleitner. Sie sei bereits im Metro-Aufsichtsrat auf den künftigen Munich-Re-Chefaufseher Bernd Pischetsrieder und dessen Vorgänger Hans-Jürgen Schinzler getroffen. „Mir kommt es sehr darauf an, mit wem ich zusammenarbeite.“ Außerdem könne sie ihre Erfahrung mit Kapitalmarktthemen gut einbringen. An ihrem Lehrstuhl hat sie viele Analysen etwa zum Erfolg von Finanzinvestoren erstellt.

„Kein Durchschnittshuhn“ steht unter einer Zeichnung auf ihrem Schreibtisch in der Universität. Das Bild erhielt sie als Abschiedsgeschenk, als sie 1995 nach eineinhalb Jahren McKinsey verließ. Die Aussage hat Bestand.

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In der ursprünglichen Fassung wurde fälschlicherweise angegeben, Paul Achleitner wäre nach seinem Studium zur Boston Consulting Group gewechselt.

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