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Alternativer Spar-AntriebRekordfahrt mit Erdgas-Skoda

Gerhard Plattner, laut Guinness Buch der Rekorde der „vielseitigste Autofahrer der Welt“, hat mit einem Škoda Citigo CNG auf der Fahrt von Italien nach Schweden einen Verbrauchsrekord für Erdgas aufgestellt. 07.08.2013 - 14:50 Uhr Artikel anhören

Rekordfahrt mit dem Škoda Citigo CNG: Gerhard Plattner tankt nach.

Foto: PR

Düsseldorf. Gerhard Plattner hatte sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Er wollte mit nur 100 Euro Tankgeld mehr als 2.700 Kilometer zurücklegen. Möglich machen sollte dies ein Škoda Citigo CNG. Startpunkt war am 1. August das italienische Vicenza, Ziel: Stockholm, Schweden. Plattners Voraussetzungen waren gut, denn er ist schon seit mehr als 40 Jahren im Namen der Spritersparnis unterwegs. Angefangen hat alles mit einem Porsche 928 in der Zeit der Ölkrise. Ins Guinness Buch der Rekorde kam er mit seiner Fahrt in einem Skoda Fabia, bei der er für 18.000 Kilometer nur 1.000 Euro für Benzin hatte.

Gas-Antrieb

Vollgas für die Hälfte

Nach fünf Tagen war es dann klar: Das von Sponsor Škoda und Extremfahrer Plattner gesteckte Ziel wurde sogar übererfüllt. Von Vincenza nach Stockholm verbrauchte der Škoda Citigo CNG 62,66 Kilogramm Erdgas für 2.619 Kilometer. An Tankgeld gab Plattner 81 Euro und 24 Cent für den Kraftstoff aus. Bei der Zielankunft in Schwedens Hauptstadt stand ein Verbrauch von 2,39 Kilogramm CNG pro 100 Kilometer bei einem angegebenen Normwert von 2,9 kg auf der Uhr. Damit lag auch der CO2-Ausstoß auf niedrigem Niveau: 65 Gramm pro Kilometer. Das hat bisher noch kein Erdgasauto geschafft.

Die fünfte und letzte Etappe der Rekordfahrt führte von Linköpping nach Stockholm. Am Vortag hatte der Škoda CNG mit 2,04 Kilogramm CNG pro 100 Kilometer bereits die absolute Bestmarke gesetzt, die am Schluss nicht mehr unterboten werden sollte.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte
Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.
Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.
Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.
Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.
Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.
Link: http://www.env-it.de/umweltbundesamt/luftdaten/index.html
Link: http://gis.uba.de/Website/umweltzonen/umweltzonen.php
Link: http://www.umweltbundesamt.de/umid/archiv/umid0411.pdf
Link: http://www.umweltbundesamt.de/umweltzonen/umweltzonen.pdf
Link: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3565.pdf
Link: http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/feinstaub.htm
Link: http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/no.htm

Ein zufriedener Gerhard Plattner lobte seinen Begleiter „als echten Langstreckenallrounder, der mich nie im Stich gelassen hat und mit dem man erstaunlich komfortabel reist. Mit seinem Namen Citigo untertreibt der kleine Škoda fast ein bisschen, denn man kann mit ihm problemlos auch weite Strecken fahren. Der Viertürer hat mir auf jeden Fall großen Spaß gemacht.“

Plattner war zudem sehr angetan von der wachsenden Dichte des Erdgastankstellennetzes seit der Zeit, als er die Rekordfahrt stabsmäßig vorbereitet hatte. „Denn so konnte ich mir bei meinen Tankstopps so manchen Umweg ersparen und bin am Ende statt der geplanten 2.714 Kilometer rund 100 weniger gefahren. Aber natürlich wäre ich mit meinem Budget von 100 Euro auch so weit gekommen. Da wären sogar noch einmal ein paar hundert Kilometer mehr drin gewesen. CNG tanken ist in vielen Ländern mittlerweile völlig unproblematisch und das Netz wird in Europa immer dichter.“

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