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Milliarden-DealÜbernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone perfekt

Vodafone erhöht den Druck auf die Deutsche Telekom: Die Übernahme von Kabel Deutschland durch den britischen Konzern ist perfekt. Damit wächst Vodafone gleich auf mehreren stark umkämpften Märkten. 14.10.2013 - 13:23 Uhr Artikel anhören

Ein Mann vor einem Vodafone-Plakat. Der britische Großkonzern hat sich jetzt die Dienste von Kabel Deutschland gesichert.

Foto: AFP

London/Unterföhring. Der britische Telekommunikationsriese Vodafone hat die Übernahme von Kabel Deutschland abgeschlossen. Vodafone halte jetzt 76,57 Prozent der Aktien des Kabelanbieters, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Vodafone hatte 87 Euro je Aktie geboten, insgesamt 7,7 Milliarden Euro. Der britische Konzern, in Deutschland als Festnetz- und Mobilfunkanbieter präsent, will damit der Deutschen Telekom die Stirn bieten.

Gemeinsam wollen Vodafone und Kabel Deutschland sich besser im umkämpften Markt für Internet-, Festnetz- und Mobilfunk-Anschlüsse durchsetzen. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll für das Mobilfunk-Geschäft zuständig sein.

Kabel Deutschland soll als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Der größte deutsche Kabelanbieter hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländern aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Im zweiten Quartal 2013 überschritt Kabel Deutschland die Zwei-Millionen-Marke bei Telefon- und Internetkunden.

Wichtige Fragen und Antworten zum Vodafone-Deal
Vodafone wird Kabel Deutschland komplett übernehmen. Der britische Telekommunikationskonzern hatte dazu 87 Euro je Kabel-Deutschland-Aktie geboten. Damit bewerteten die Briten den deutschen Kabelanbieter mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.
Kabel Deutschland hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländer aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Kabel Deutschland bietet schon jetzt Telefon- und Internetanschlüsse. 75 Prozent aller Neukunden hierzulande entscheiden sich bei schnellen Internetanschlüssen mittlerweile für Kabelnetz-Betreiber.
Technisch ist das natürlich etwas anderes, für den Kunden ist es aber letztlich kein großer Unterschied. Über das Telefon- wie über das Fernsehkabel können Internetdaten übertragen werden. Fernsehkabel sind sogar besonders schnell. Anrufe laufen bei Kabelanschlüssen über Internettelefonie - das ist aber selbst bei Telekom-Anschlüssen mittlerweile teilweise so. Kunden haben weiterhin eine klassische Telefonnummer und ihr normales Telefon.
Die Grundzüge haben Vodafone und Kabel Deutschland bereits in einer „Grundsatzvereinbarung“ geregelt. Kabel Deutschland soll demnach als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll das Mobilfunk-Geschäft verantworten.
Vodafone hat zwar selbst ein Festnetz, das meist entlang der großen Bahnstrecken in Deutschland verläuft. Die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnung der Kunden muss das Unternehmen in den meisten Fällen aber bei der Deutschen Telekom mieten. Wo es geht, sollen die Kunden nun künftig per Fernsehkabel angeschlossen werden. Leitungen von der Telekom wollen die Unternehmen nur noch dort mieten, wo Kabel Deutschland keine Leitungen bis die Wohnung verlegt hat.
Die Umstellung von der Telefon- auf die Kabeldose wird zunächst vermutlich vor allem Neukunden betreffen. Aber auch alte Kunden sollen voraussichtlich umgestellt werden: „Die Idee ist, unsere Netzinfrastruktur bestmöglich zu nutzen. Dann dürften auch Kunden migriert werden“, sagt eine Kabel-Deutschland-Sprecherin. Denkbar ist ebenso, dass Nutzer des Kabel-Deutschland-Internetangebotes, das bislang im Netz von O2 (Telefónica) betrieben wird, dann auf Vodafone umgestellt werden.

Vodafone muss die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnungen in den meisten Fällen bei der Deutschen Telekom mieten. Für die Übernahme hatte Vodafone sich vor kurzem erst neuen finanziellen Handlungsspielraum verschafft. Das Unternehmen verkaufte seinen 45-Prozent-Anteil am US-Mobilfunkriesen Verizon Wireless für die Rekordsumme von 130 Milliarden Dollar (98,5 Milliarden Euro). Die EU-Kommission gab im September grünes Licht.

afp
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