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Diamanten-Großhändler im Wandel – ein Gespräch mit Patrik Schäfer, Gründer der KGK Suisse

Diamanten-Großhändler

  • 14.01.2026
Diamanten-Großhändler
Patrik Schäfer (l.), CEO von KGK Suisse, mit Daniel Rohrbach (CGO)

Als Patrik Schäfer im Jahr 2020 die KGK Suisse gründete, setzte er einen völlig neuen Akzent in einer Branche, die stark von einer jahrhundertealten Tradition geprägt ist. Schäfer stammt aus einer Bieler Diamantschleiferfamilie in vierter Generation – ein Hintergrund, der ihm nicht allein profundes technisches Wissen in die Wiege gelegt hat, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Werte und Herausforderungen dieses Geschäfts. Heute, einige Jahre nach der Gründung, spricht er über die enorme Entwicklung der Fachkompetenz für Diamanten, über die Anforderungen an moderne Diamanten-Großhändler und über seine Pläne für die Zukunft einer Branche, die sich immer wieder neu erfinden muss.

Herr Schäfer, Sie haben Ihr Unternehmen im Jahre 2020 gegründet, also mitten in der Pandemie. Hat sich die KGK Suisse als Diamanten-Großhändler so entwickelt, wie Sie es sich erhofft hatten – oder ganz anders?

Patrik Schäfer: Wir hatten uns natürlich Ziele gesetzt, aber dass wir sie so schnell erreichen würden, hätte ich nicht erwartet. Die Gründung fiel genau in eine Zeit, in der niemand wusste, wie sich die Weltwirtschaft nachhaltig entwickeln wird. Viele Märkte sind damals eingebrochen – gleichzeitig hat sich dann der Trend verstärkt, Geld eher in langlebige Werte wie hochwertige Luxusartikel als wertstabile Vermögensobjekte zu stecken, als zum Beispiel in Reisen oder Konsum. Das hat uns eine Chance gegeben, die wir genutzt haben.

Wir konnten früher und stärker wachsen, als gedacht. Aber das Entscheidende ist: Wir haben als Team sehr gut funktioniert. Wir mussten immer wieder schnell reagieren, viele Prozesse neu denken und gleichzeitig Vertrauen bei unseren Kunden aufbauen. Ich glaube, genau dieser Mix hat uns dann nach vorne gebracht.

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Wie hat sich die KGK Suisse seit 2020 konkret verändert?

Unsere Entwicklung war intensiver, als man es normalerweise in der Diamantenbranche erlebt. Wir haben die Zahl der Mitarbeitenden verdoppelt und unsere Räumlichkeiten deutlich erweitert. Das war aber nur die organisatorische Seite. Der eigentliche Schritt nach vorn war technologisch. Wir haben viel investiert, um bei der Analyse von Diamanten immer einen Schritt voraus zu sein. Als weltweit erstes Unternehmen durften wir den AMS Micro von De Beers in Betrieb nehmen. Dieses Gerät kann selbst winzige Diamanten automatisiert auf synthetisches Material prüfen – ein enormer Vorteil bei großen Mengen kleiner Steine.

Dazu kommen zwei AMS2-Geräte, ein Synthdetect-XL sowie das D-Tect-System des GemTec-Labs. Letzteres erlaubt uns, Spektralanalysen im eigenen Haus durchzuführen – ein Niveau, das sonst nur Laboren vorbehalten ist. Jeder einzelne Stein, der unser Lager erreicht, wird geprüft, dokumentiert und regelmäßig auditiert. Ungeprüfte Ware kommt bei uns nicht ins System. Es kursiert immer wieder das Gerücht, synthetische Steine seien nicht sicher erkennbar. Das stimmt einfach nicht. Mit der richtigen Technik ist das heute eindeutig möglich.

Welche Herausforderungen beschäftigen Diamanthändler aktuell am stärksten?

Die geopolitischen Spannungen, insbesondere das Embargo auf russische Diamanten, haben enorme Auswirkungen. Viele Händler mussten ihre Einkaufswege komplett umbauen. Wir als KGK-Gruppe haben sehr früh entschieden, konsequent auf russisches Ware zu verzichten. Das war ein klarer, ethisch wie wirtschaftlich richtiger Schritt – aber es hat natürlich Anpassungen erfordert.

Durch diese Entwicklungen ist ein Thema sehr stark in den Fokus gerückt: die Rückverfolgbarkeit. Heute reicht es nicht mehr, die Qualität eines Diamanten zu kennen. Herkunft, Förderung, Transportwege – all das muss transparent und belegbar sein. Kunden fragen danach, Behörden verlangen es und für die gesamte Branche wird das zur Grundbedingung. Die nächsten Jahre werden stark davon geprägt sein, wie gut Unternehmen ihre Lieferkette nachvollziehen können.

Sie nutzen bei größeren Steinen das Tracer-System von De Beers. Wie sind Sie bei den kleinen Steinen – den Melée-Diamanten – vorgegangen?

Für Diamanten ab 0,3 Karat ist das De-Beers-Tracer-System ideal: Der Rohstein wird mit einem 3D-Scan-Verfahren gescannt und erhält eine eindeutige digitale Identität, die man jederzeit identifizieren kann. Aber bei kleinen Steinen funktioniert dieses Prinzip schlichtweg nicht. Die Stückzahl ist hoch, die Steine sind winzig, und der Aufwand wäre technisch wie organisatorisch nicht machbar.

Also haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Und wir haben uns Zeit genommen – denn es geht hier um die Grundlage unseres Geschäfts. Nach einer gründlichen Prüfung verschiedener Systeme waren wir überzeugt, dass der physische Tracer von Provenance Proof aktuell die sicherste und verlässlichste Lösung ist.

Was uns besonders gefreut hat: Die Technologie kommt aus der Schweiz. Für die Implementierung haben wir Provenance Proof komplett in unsere Abläufe schauen lassen – vom Einkauf der Rohware bis zur finalen Auslieferung. Nur so funktioniert echte Transparenz.

Wenn Sie nach vorne schauen: Was möchten Sie in den kommenden Jahren erreichen?

Mein persönliches Ziel ist es, den Wert von natürlichen Diamanten sichtbarer zu machen – und zwar nicht nur als Schmuckstein. Es geht darum zu zeigen, welchen positiven Einfluss die Industrie haben kann. Wir engagieren uns seit Jahren stark in Botswana. Dort sieht man sehr deutlich, was verantwortungsvolle Diamantwirtschaft bewirken kann: bessere Bildung, stabile Arbeitsplätze, soziale Projekte, Naturschutz, eine wachsende Tourismusbranche.

Wir wollen diese Verbindung sichtbar machen: Wo kommt ein Stein her? Wem hat seine Förderung genutzt? Wie trägt er zum Wohlstand eines Landes bei? Die Rückverfolgbarkeit ist dafür das zentrale Instrument.

Am Ende geht es um Vertrauen: Wer einen Diamanten kauft, soll sicher sein, dass er echt ist, fair gewonnen wurde und Teil einer transparenten Wertschöpfungskette ist. Daran arbeiten wir – und wir glauben, dass die Zukunft der Branche genau in diese Richtung geht.


Mehr Informationen über KGK Suisse stellt die Webpräsenz des Diamanten-Grohändlers zur Verfügung.
Häufige Fragen
  • Was war der Anlass zur Gründung der KGK Suisse im Jahr 2020?
    Patrik Schäfer gründete die KGK Suisse 2020, um neue Akzente in der traditionell geprägten Diamantenbranche zu setzen. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bot das steigende Interesse an langlebigen Werten wie Luxusartikeln eine Wachstumschance.
  • Welche technologischen Investitionen hat KGK Suisse unternommen?
    KGK Suisse hat in fortschrittliche Technologien investiert, zum Beispiel den AMS Micro von De Beers, um selbst winzige Diamanten auf synthetisches Material zu prüfen. Zudem wurden AMS2-Geräte, ein Synthdetect-XL und das D-Tect-System des GemTec-Labs implementiert.
  • Wie hat sich die geopolitische Lage auf den Diamanthandel ausgewirkt?
    Die geopolitischen Spannungen, insbesondere das Embargo auf russische Diamanten, haben Händler gezwungen, ihre Einkaufswege zu überdenken. KGK Suisse hat sich entschieden, keine russischen Diamanten mehr zu verwenden, was wirtschaftliche Anpassungen erforderte.
  • Welche Systeme nutzt KGK Suisse zur Rückverfolgbarkeit von Diamanten?
    Für größere Diamanten wird das De-Beers-Tracer-System verwendet. Bei kleinen Melée-Diamanten setzt KGK Suisse auf das physische Tracer-System von Provenance Proof, das vollständige Transparenz gewährleistet.
  • Welche Ziele verfolgt Patrik Schäfer für die Zukunft der Diamantenindustrie?
    Patrik Schäfer möchte den Wert natürlicher Diamanten sichtbarer machen, nicht nur als Schmuckstein. Er betont die Bedeutung der Rückverfolgbarkeit und das positive Potenzial der Diamantenindustrie, etwa in Bezug auf Bildung und sozialen Fortschritt in Ländern wie Botswana.
Impressum
KGK Suisse
Patrik Schäfer CEO / Daniel Rohrbach CGO
KGK Suisse SA, c/o Marc Dörflinger Advokatur + Notariat, Jurastrasse 15, 2502 Biel/Bienne
+41 32 888 28 88
team@kgksuisse.ch
CHE-406.959.972
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