So klingt Wirtschaft Deep Dive: Chancen, Risiken und die Macht der Inflation
Düsseldorf. Die Inflation war in den letzten zwei Jahren eines der dominierenden Themen in Deutschland. Während die Preise für Lebensmittel, Energie und Wohnen rasant stiegen, blieb vielen Verbrauchern die Luft weg.
Ein Rekordwert von 6,9 Prozent Inflation im Jahr 2022, der laut Statista nur von der Ölkrise 1973 übertroffen wurde. Und auch 2023 bewegte sich die Rate lange bei etwa 6 Prozent. Die Lage entspannt sich erst langsam – doch der Schaden ist angerichtet.
Gerade in Zeiten hoher Inflation gibt es eine klare Strategie: Investieren. Das Anlegen von Geld in Sachwerte oder an den Finanzmärkten ist ein bewährtes Mittel, um die Kaufkraft zu schützen und Vermögen langfristig zu mehren. Doch die Deutschen zeigen sich unbeeindruckt. Die Zahl der Anleger hat sich in den letzten zwei Jahren nicht erhöht – im Gegenteil, sie stagniert.
Warum handeln die Deutschen so anders als viele ihrer europäischen Nachbarn?
Besonders auffällig ist der Vergleich mit Schweden. Dort investieren 80 Prozent der Bevölkerung an den Aktienmärkten – ein beeindruckender Wert, der jedoch stark von politischen Rahmenbedingungen geprägt ist. Diese Politik hat nicht nur den Zugang zu Finanzmärkten erleichtert, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in Anlageformen wie Aktien gestärkt.
In Deutschland hingegen bleibt die Skepsis groß. Behavioral Finance, ein spannendes Feld der Verhaltensökonomie, liefert mögliche Erklärungen: Deutsche Anleger sind häufig von Sicherheitsbedenken und Verlustängsten geprägt. Diese emotionale Zurückhaltung führt dazu, dass viele Chancen ungenutzt bleiben – gerade in einem Hochinflationsumfeld, in dem Aktien und andere Sachwerte oft bessere Renditen versprechen.
Warum die Inflation nicht zum Weckruf wurde
Unser Gast, Vanyo Walter, Geschäftsführer von Robomarkets Deutschland und Investmentprofi mit über 25 Jahren Erfahrung, beleuchtet in dieser Folge die aktuellen Trends und Probleme.
- Warum bleiben deutsche Anleger bei Aktien oft zögerlich, obwohl sie sich in Zeiten hoher Inflation lohnen könnten?
- Welche Rolle spielen politische Rahmenbedingungen für das Anlageverhalten,
- und wie schneiden wir im Vergleich zu Schweden oder Italien ab?
- Und welche Chancen bieten sich im aktuellen Marktumfeld, auch für Anleger mit wenig Erfahrung?
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