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Rätsel um chilenischen Nobelpreisträger Pablo Neruda starb nicht an Krebs

Pablo Neruda starb im Chaos des Militärputsches in Chile 1973. Seine Exhumierung sollte Spekulationen um seinen Tod beenden. Klar ist aber nur, dass die rechte Putschregierung über die Todesursache gelogen hat.
21.10.2017 Update: 21.10.2017 - 02:07 Uhr Kommentieren
Der spanische Forensiker Aurelio Luna (li) spricht in Santiago zu den Ergebnissen der Exhumierung von Pablo Neruda. Klar ist, dass der liberale chilenische Nobelpreisträger nicht, wie 1973 von der Putsch-Regierung behauptet, an Krebs gestorben ist. Auch andere Krankheitserreger konnten nicht identifiziert werden. Ob und wer beim Tode nachgeholfen haben könnte, ist aber nicht mehr mit Sicherheit festzustellen. Quelle: Reuters
Pressekonferenz in Santiago, Chile

Der spanische Forensiker Aurelio Luna (li) spricht in Santiago zu den Ergebnissen der Exhumierung von Pablo Neruda. Klar ist, dass der liberale chilenische Nobelpreisträger nicht, wie 1973 von der Putsch-Regierung behauptet, an Krebs gestorben ist. Auch andere Krankheitserreger konnten nicht identifiziert werden. Ob und wer beim Tode nachgeholfen haben könnte, ist aber nicht mehr mit Sicherheit festzustellen.

(Foto: Reuters)

Santiago Der chilenische Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda ist einem internationalen Team von Wissenschaftlern zufolge entgegen offizieller Angaben nicht an Krebs gestorben. Das erklärten die Forscher am Freitag (Ortszeit) in Santiago. Sie bemühen sich darum, krankheitserregende Bakterien zu identifizieren, die den Tod des Dichters im Jahr 1973 herbeigeführt haben könnten. Der politisch links stehende Schriftsteller starb im Chaos nach dem Militärputsch im Land, als Ursache wurde sein Krebsleiden verkündet. Spekulationen über eine Vergiftung Nerudas halten sich bis heute.

Die forensischen Experten schlossen zwar mögliche Ursachen für den Tod des Schriftstellers aus. Was konkret zum Ableben des Nobelpreisträgers geführt haben könnte - und ob vielleicht Mitarbeiter des Diktators Augusto Pinochet verantwortlich waren - sagten sie aber nicht. Die Untersuchung der Krankheitserreger gehe zunächst weiter, hieß es. „Wir können noch immer nicht ausschließen oder bestätigen, dass Pablo Neruda an einem natürlichen oder gewaltvollen Tod starb“, sagte Forscher Aurelio Luna.

Zum Zeitpunkt seines Todes war Neruda 69 Jahre alt. Er litt damals an Prostatakrebs. Er war ein Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, der sich selbst tötete, statt sich den Militärtruppen Pinochets zu ergeben. Nach der Machtübernahme des Generals war Neruda, vor allem für seine Liebesgedichte bekannt, traumatisiert und plante, ins Exil zu gehen. Einen Tag vor seiner Abreise wurde er in ein Krankenhaus gebracht und starb am 23. September 1973 nach offiziellen Angaben an natürlichen Ursachen.

2013 wurde sein Leichnam exhumiert, Tests zeigten keinen Nachweis von Gift in Nerudas Knochen. Vor zwei Jahren erklärte die chilenische Regierung jedoch, es sei höchstwahrscheinlich, dass „eine dritte Partei“ für den Tod des Künstlers verantwortlich sei. Er wurde im vergangenen Jahr erneut beigesetzt.

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