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Flugunfall über dem SauerlandMindestens ein Toter bei Eurofighter-Kollision

Über dem Sauerland ist ein Bundeswehr-Kampfjet mit einem Learjet zusammengestoßen. Während das Kampfflugzeug landen konnte, ist das mit zwei Personen besetzte Kleinflugzeug abgestürzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. 24.06.2014 - 06:45 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ein Anwohner hat mit seinem Handy Trümmerteile an der Absturzstelle fotografiert: Über Olsberg-Elpe im Sauerland ist ein mit zwei Personen besetzter Learjet nach einem Zusammenstoß mit einem Eurofighter der Luftwaffe abgestürzt.

Foto: dpa

Olsberg. Nach einem Zusammenstoß mit einem Kampfjet der Luftwaffe ist ein mit zwei Menschen besetztes Zivilflugzeug über Olsberg im Sauerland abgestürzt. Ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin bestätigte am Montag einen Zwischenfall zwischen einem Eurofighter und einer Zivilmaschine. Die zwei Eurofighter und der Learjet hätten sich in der Luft zu einem Manöver getroffen, dabei habe einer der Kampfjets die Zivilmaschine offenbar berührt, sagte der Sprecher.

Die Kollision hat sich nach Angaben der Polizei in etwa 2500 Metern Höhe ereignet. Wie die Beamten in der Nacht zu Dienstag weiter mitteilten, wurde bei dem Zusammenstoß zudem ein Triebwerk des Learjets abgerissen. Dieses prallte anschließend auf eine Straße. Das Flugzeug selbst stürzte in etwa 90 Metern Entfernung zu einem Wohnhaus bei Olsberg-Elpe in Nordrhein-Westfalen in ein Waldstück. Bei dem an der Kollision beteiligten Eurofighter wurde ferner ein gefüllter Tank abgerissen. Die Bundeswehr-Maschine konnte aber sicher zu ihrer Basis auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln zurückkehren. Die Ermittlungen zur Ursache der Kollision dauerten an.

Am Abend bestätigte die Polizei, dass bei dem Zusammenstoß mindestens ein Mensch ums Leben gekommen ist. Nahe der Absturzstelle seien Leichenteile gefunden worden, wie ein Sprecher der Polizei in Meschede am Montagabend sagte. Es handle sich wahrscheinlich um einen der beiden Insassen der Zivilmaschine. Das Schicksal des zweiten Insassen ist weiter ungewiss. Die beiden Insassen des abgestürzten Flugzeuges sind nach Polizeiangaben 50 und 43 Jahre alt und kommen aus Schleswig-Holstein

Der General Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung haben die Ermittlungen an der Absturzstelle aufgenommen. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Piloten zweier Kampfjets. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei in Meschede.

Bei der Bundeswehr-Maschine handele es sich um einen Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31. Er sei nach dem Zwischenfall sicher auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln gelandet. Ein zweiter an der Übung beteiligter Eurofighter sei in Köln-Wahn gelandet, sagte der Luftwaffensprecher. Beide Piloten der Bundeswehr-Jets seien sehr erfahren und hätten die Übung schon sehr oft gemacht. Er habe keine Hinweise darauf gegeben, wie es zu dem Unfall kommen konnte, sagte der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31, Oberst Andreas Hoppe. Die beiden Flugzeuge seien sowohl am Flügel als auch am Rumpf miteinander kollidiert.

Bei der Übung sei es um zivile Flugzeuge in Notlagen gegangen, die sich nicht mehr über Funk melden können. Im Ernstfall nehmen in solchen Fällen zwei Eurofighter Sichtkontakt auf und leiten die Maschine zum nächsten Flugplatz, erklärte Hoppe. Ein Eurofighter fliege dabei in einem Abstand von 500 bis 1000 Meter neben dem Zivilflugzeug, das andere etwa drei Kilometer dahinter.

Es sei eine Glanzleistung des Piloten des beschädigten Flugzeugs gewesen, seine Maschine wieder sicher zurückzubringen, sagte Hoppe. Beide Piloten würden nun psychologisch betreut. In den kommenden Tagen wolle man sie befragen. Die Aufzeichnungssysteme der Flugzeuge sollen ausgewertet werden.

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Das Geschwader teilte auf seiner Homepage mit, dass es sich vom 2. bis zum 30. Juni mit einer sogenannten Alarmrotte in einer ununterbrochenen Einsatzbereitschaft befindet. Diese bestehe aus zwei einsatzklaren Luftfahrzeugen. Beschrieben wird ein Einsatzszenario, bei dem zwischen zivilen Luftfahrzeugen und Flugsicherung kein Funkkontakt aufgenommen werden kann. Der Alarmrotte blieben nach Alarmierung durch den zuständigen Gefechtsstand 15 Minuten, um abzuheben. „In solch einem Fall steigt die Alarmrotte auf und nimmt über Funk oder mittels Zeichen Kontakt zu dem betroffenen Luftfahrzeug auf“, hieß es im Internet.

Die Zivilmaschine sei für die Gesellschaft für Flugzieldarstellung unterwegs gewesen. Die GFD übernimmt als Tochterunternehmen der Airbus Defence and Space Übungsaufgaben der Bundeswehr, etwa die Simulation von fliegenden Zielen für Übungsmanöver der Luftwaffe.

Im Jahr 2010 verzeichnete die GFD einen Umsatz in Höhe von 21,3 Millionen Euro. Sämtliche Gewinne mussten wegen eines Ergebnisabführungsvertrag an den Eigentümer, die damalige EADS (heute Airbus) überwiesen werden. Seit dem der Vertrag zum Jahresende 2013 ausgelaufen ist, ist die GFD der NFS Navigations- und Flugführungs-Systeme GmbH mit Sitz in Ulm unterstellt – ebenfalls eine Airbus-Tochter.

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Auf Nachfrage wollte die Airbus-Tochter Cassidian lediglich bestätigen, dass GFD zum Konzern gehöre. Weitere Angaben wollte ein Sprecher vorerst nicht machen.

Die Flugzeuge der Firma dienen unter anderem der Luftwaffe als Übungsziele. Darüberhinaus ist die GFD auch für Teile der Pilotenausbildung für den Kampfjet Eurofighter zuständig, der ebenfalls von einer Airbus-Tochter hergestellt wird. Ihren Sitz hat die GFD eigenen Angaben zufolge auf dem Flugplatz Hohn in Schleswig-Holstein. Aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht für 2011 geht hervor, dass die Firma damals rund 80 Mitarbeiter beschäftigte und für ihre Aufgaben eine Flotte von elf Learjets, zweimotorigen Geschäftsreiseflugzeugen, betrieb.

dpa, ses
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