1. Startseite
  2. Arts und Style
  3. Kunstmarkt
  4. Auktionsvorbericht: Koller in Zürich: Offerte mit Messer und Gabel

AuktionsvorberichtKoller in Zürich: Offerte mit Messer und Gabel

Die kommende Versteigerungsserie bei Koller wartet mit einem Angebot auf, das Vergnügen verspricht und Erwartungen schürt. Es reicht vom Singvogelautomaten bis zum überraschenden Dachbodenfund.Susanne Schreiber 07.03.2024 - 13:53 Uhr
Messerbesteck aus der Renaissance soll dem Gast zu Tisch etwas erzählen. Foto: Koller Auktionen

Zürich. Vergnügliche Zeit erlebt, wer vor einer Auktion das Angebot digital durchscrollt. Seltenes, Hochbewertetes steht neben überraschend günstigen Losen. Ein Fundstück nach dem anderen entfaltet sich auf dem Bildschirm: skurrile Objekte, die man sich selber schenken kann oder jemandem, den man liebt.

Mehr oder weniger aufwendig inszenierte Goldemaildosen sind schon für wenig Geld zu haben. Für einen ähnlich kleinen Singvogelautomaten mit Walzenspielwerk - ein früher Automat - hingegen erwartet Cyril Koller in der Züricher Auktionsserie vom 21./22. März ein Gebot zwischen 60.000 und 100.000 Schweizer Franken.

Das Überraschendste an der Koller-Offerte ist indes ein Dachbodenfund aus Süddeutschland. Der Einlieferer öffnete zwei alte Kisten und stand ahnungslos vor je 250 Messern und Gabeln, die um 1900 zusammengetragen wurden: Ihr Reiz liegt in kunstvoll geschnitzten Griffen aus Elfenbein, Email oder Bernstein. Die Griff-Figuren erzählen von Mythologie und Krieg, von höfischem Benehmen und dem Bedürfnis zu repräsentieren. Die Vorbesichtigung des Besteck-Katalogs findet übrigens ausschließlich in München statt.

Nicht minder kurios ist eine vollplastische Taube aus Silber und Email mit beweglichen Flügeln. Sie hatte im Hochmittelalter bei der Hostienweihe eine Funktion. Für die skulpturale Darstellung des Heiligen Geistes aus dem französischen Limoges werden als Richtpreis 120.000 bis 180.000 Franken angesetzt.

Ivan Konstantinovich Aivazovsky hat eine treue Fangemeinde. Deshalb rechnet Koller mit über 1 Million Franken für diesen Sonnenaufgang im Hafen von Reval. Foto: Koller Auktionen

Weit ist auch die Spanne bei den Alten Meistern. Für ein Gebot um 10.000 Franken wechseln Eisläufer, gemalt von Abel Grimmer, die Eigentümer. Eine wiederentdeckte Waldlandschaft von Hercules Seghers mit nobler Provenienz wird mit einer Schätzung von 350.000 bis 500.000 Franken aufgerufen.

Die höchste Erwartung gilt dem Sonnenaufgang im Hafen von Reval, geschildert von Ivan Konstantinovich Aivazovsky. Hier rechnet Koller mit Geboten um und über 1 Million Franken. Das ist realistisch, hat der Maler doch eine treue Fangemeinde. Scrollen lohnt sich – für den Käufer und bei dem unentschlossenen Interessenten für die Marktkenntnis. Doch Achtung: In der Kunst tauchen Unikate nur einmal auf.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt