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Deutsches FotoinstitutKompetenzzentrum für das Fotografie-Erbe

Die beratende Gründungskommission hat Leitlinien für das Deutsche Fotoinstitut vorgestellt.Christiane Fricke 24.07.2025 - 12:44 Uhr Artikel anhören
Die Kommissionsmitglieder Peter Gorschlüter und Susanne Gaensheimer legten Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, zusammen mit den Kommissionsmitgliedern Inka Schube und Moritz Wegwerth (v. l.) den Abschlussbericht der Gründungskommission vor. Foto: MKW I Meike Schrömbgens

Düsseldorf. Die lange Debatte um die Ausrichtung eines nationalen Zentrums für die Fotografie hat gefruchtet. Das „Deutsche Fotoinstitut“ (DFI) soll eine dezentrale, im föderalen Netzwerk agierende Einrichtung werden und kein Konkurrenzmuseum. Mit einem Nationalen Förderfonds Fotografie im Rücken soll es die bereits bestehenden Institutionen partnerschaftlich stärken, gemeinsame Standards implementieren und sich in seinen Angeboten an ihrem Bedarf orientieren. Zu diesem Ergebnis kam die siebenköpfige Gründungskommission nach fast zweijährigen Beratungen.

Das Gremium, das seinen Abschlussbericht am 21. Juli in Düsseldorf vorstellte, konnte zugleich Bedenken ausräumen, das geplante Institut würde einseitig die zeitgenössische künstlerische Fotografie und die Weiterentwicklung von Technologien zu ihrem Erhalt priorisieren. Zum verlängerten Arm des sogenannten Gursky-Vereins wird das Deutsche Fotoinstitut damit nicht, trotz der namensgleichen Kürzel DFI. Der von Andreas Gursky initiierte „Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts e.V.“ (DFI) war 2019 gegründet worden, nachdem die damalige Staatskulturministerin Monika Grütters das Projekt einer zentralen Einrichtung zur Sicherung des nationalen Fotoerbes auf die Tagesordnung gesetzt hatte.

Kompromiss gefunden

Der nun von der Gründungskommission gefundene Kompromiss „verbindet die Verantwortung für das nationale fotografische Erbe mit der Diskussion der Zukunftsfragen des Fotografischen“. Das Deutsche Fotoinstitut soll ein „Ort der Begegnung mit dem Fotografischen in der ganzen Vielfalt seiner Erscheinungsformen“ werden, versicherte das Gremium unter der Leitung von Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Das Institut soll seine Arbeit mit mindestens 37 festen Stellen 2026 in temporären Räumen aufnehmen. Für einen Neubau werden die in die Bundeshaushalte 2020 und 2022 eingestellten 42,9 Millionen Euro vorgehalten. Mit der Co-Finanzierung durch das Land NRW stehen insgesamt 85,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Haken: Der Haushaltsausschuss des Bundestags koppelte die Mittel an den Standort Düsseldorf, wozu er aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht befugt war. Daran erinnerte noch einmal der Essener Rechtsanwalt Axel Wiesener, Sprecher der „Bürgerinitiative Deutsches Foto-Institut“. Dort hätte man das Fotoinstitut gern in Essen angesiedelt. So hatte es Grütters’ Gutachten und Machbarkeitsstudie vorgeschlagen.

Aufteilung der Betriebskosten noch offen

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Ina Brandes ließ – unbeeindruckt von Wieseners Einwand – keinen Zweifel daran, dass das Fotoinstitut am Standort Düsseldorf errichtet wird. Als Kommunalaufsichtsbehörde hätte das Land indes die Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Recht zum Zuge kommt. Eine salomonische Lösung wäre, den Außenstandort, den Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller ansprach, in Essen einzurichten. Dort wäre genug geeigneter Platz.

Offen ist noch, in welchem Maße sich der Bund neben Land und Stadt auch an den Betriebskosten beteiligen wird. Letztlich kann man sich nicht sicher sein, ob der Bund sich hier überhaupt engagieren will, zumal die Einrichtung nicht wie zu Grütters’ Zeiten als Bundesinstitut, sondern als „Deutsches Fotoinstitut“ firmiert.

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