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Geschlechterkampf: Eine Ausstellung zeigt, wie Männer Künstlerinnen vom Kunstbetrieb fernhalten

Die Kunstsammlung NRW würdigt frühe Pionierinnen der amerikanischen Konzeptkunst: Eleanor Antin, Lee Lozano, Mierle Laderman Ukeles und Adrian Piper. Ihre Gesellschaftskritik ist immer noch hoch aktuell.
19.02.2020 - 18:38 Uhr Kommentieren
Adrian Piper
Frau als Leinwand

Adrian Piper "Catalysis III,": Fotodokumentation einer Performance von 1970. Credit: Rosemary Mayer/Generali Foundation/Adrian Piper Research Archive Foundation Berlin.

(Foto: Kunstsammlung NRW)

Düsseldorf Trotz der #Metoo-Debatte ist die Kunstwelt nach wie vor von alten weißen Männern dominiert. Bei der Gleichberechtigung herrscht noch deutlich Nachholbedarf. Weil weibliche Künstler auf dem Kunstmarkt und in Museen immer noch stark unterrepräsentiert und schlechter bezahlt sind. Aber auch, weil die Marginalisierung weiblicher Kunst viele brisante Themen unterdrückt. Das führt die kleine, aber feine Ausstellung „I’m not a nice girl!“ im K21 der Kunstsammlung NRW auf erhellende Weise exemplarisch vor (bis 17.5.).

Im ersten Stock von K21 und im Archiv Dorothee und Konrad Fischer werden vier Konzeptkünstlerinnen der ersten Generation vorgestellt, die sich mit ihrem Werk bereits in den 1970er-Jahren in erstaunlich radikaler Weise mit allen ästhetischen, sozial- und gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzten, die gegenwärtig heiß diskutiert werden: Institutionskritik, Rassismus, Fragen der Identitäts- und Genderpolitik bis hin zu ökologisch aktivistischen Fragen.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Eleanor Antin, Lee Lozano, Mierle Laderman Ukeles sowie von der Künstlerin und Philosophin mit dem Männernamen Adrian Piper. Die Initialzündung ging für die Kuratorin Isabelle Malz von den Beständen des Archivs Dorothee und Konrad Fischer aus, das die Kunstsammlung 2016 erwerben konnte. Konrad Fischer ist einer der einflussreichsten deutschen Galeristen. Er holte unter anderem die amerikanische Konzeptkunst nach Deutschland. In der Konzeptkunst ist die Idee wichtiger als die ausgeführte Arbeit.

In Fischers archivierter Korrespondenz finden sich Briefwechsel mit  Konzeptkünstlerinnen, die auf sein Interesse hin Vorschläge für Ausstellungen und Ankäufe machten. Doch die Angebote versickerten. Man kam nicht ins Geschäft, Fischer bevorzugte die männlichen Künstler.

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    Auch der Titel der Ausstellung „I’m not a nice girl!“ verdankt sich einer Episode, die ein Licht wirft auf die gönnerhafte Haltung männlicher Kunstmacher zur weiblichen Kunst. In den 1960er-Jahren traf die in der Schau vertretene Lee Lozano auf den mächtigen Kurator und Museumsmann Kasper König, der ihr bescheinigte: „Sie sind eine gute Malerin und ein nettes Mädchen“, woraufhin Lozano entgegnete: „In beiden Fällen liegen Sie falsch. Ich bin eine sehr gute Malerin und kein nettes Mädchen!“

    Auch der Documenta-Kurator Harald Szeemann kommt in der Schau nicht gut weg, die einen Brief der Kuratorin Lucy Lippard an Szeemann zeigt, in dem sie ihm androht, ihre spontane Reaktion wäre „wahrscheinlich ziemlich blutrünstig “, sollte er jemals wieder einen Rat von ihr einholen. Szeemann hatte von Lippard eine Liste von Künstlerinnen zusammenstellen lassen, aber sich niemals aufgerafft, die Ateliers der Frauen zu besuchen.

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