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Privatmuseum Warum die Faurschou Foundation die Attraktion von New York ist

Der ehemalige Kunsthändler Jens Faurschou hat für seine Privatsammlung ein Lagerhaus umgebaut. Das neue Privatmuseum kann es mit jeder Topgalerie aufnehmen.
15.01.2020 - 18:14 Uhr Kommentieren
Blick in die Ausstellung „The Red Bean Grows in the South“ in New York: Im Hintergrund liegt Ai Weiweis Installation „Two Figures“, umgeben von einem Berg giftiger Ormosia-Samen. Quelle: Faurschou Foundation; Ai Weiwei Studio; Foto: Tom Powel Imaging
Faurschou Foundation

Blick in die Ausstellung „The Red Bean Grows in the South“ in New York: Im Hintergrund liegt Ai Weiweis Installation „Two Figures“, umgeben von einem Berg giftiger Ormosia-Samen.

(Foto: Faurschou Foundation; Ai Weiwei Studio; Foto: Tom Powel Imaging)

New York Wo liegt das?“ So reagierten viele Kunstfreunde ungläubig, wenn Jens Faurschou (sprich Farsku) von seinem neuesten Projekt berichtete. Nicht in Chelsea oder Harlem, sondern in Greenpoint, ganz im Norden des New Yorker Stadtteils Brooklyn, hat der dänische Großsammler gerade die New Yorker Filiale seiner Faurschou Foundation eröffnet.

„Es ist nur eine kurze Distanz zu Manhattan. Ich liebe die spezielle Atmosphäre hier, es gibt kleine Geschäfte, Cafés“, schwärmt er über den noch von polnischen Einwanderern und schlichten dreistöckigen Wohnzeilen geprägten Stadtteil. Erst nach Jahren der Suche konnte er hier in einer stillen Seitenstraße endlich ein geeignetes einstöckiges Lagerhaus finden. Laut „New York Times“ wurde es für 18 Millionen Dollar erworben.

Die Transformation von einem mit billigen chinesischen Schuhimporten vollgestopften Lager hin zu flexibel zu bespielenden, insgesamt über 1.100 Quadratmeter messenden Räumen, die es mit jeder Topgalerie der Stadt aufnehmen können, sorgt für die neueste Museumsattraktion der Stadt mit „Wow-Faktor“.

„Ich lebe seit 30 Jahren in der Kunstwelt und habe lange davon geträumt, etwas zur New Yorker Szene beitragen zu können“, erklärt Faurschou, ein milder, aber passionierter Endfünfziger. Über 25 Jahre lang betrieb er in Kopenhagen sehr erfolgreich die Galleri Faurschou für moderne und zeitgenössische Kunst.

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    Kenner erinnern sich auch an sein vertrautes Gesicht auf den New Yorker Abendauktionen. Einen Namen machte sich Jens Faurschou aber vor allem als erste Quelle für Werke Edvard Munchs. Faurschou gab auch das wichtige vierbändige Werkverzeichnis der Gemälde des Künstlers mit heraus.

    Ansicht aus der Ausstellung „The Red Bean Grows in the South“ mit einem Werk aus der Tagebuch-Serie von Yu Hong. Quelle: Faurschou Foundation; Foto: Ed Gumuchian
    Faurschou Foundation in New York

    Ansicht aus der Ausstellung „The Red Bean Grows in the South“ mit einem Werk aus der Tagebuch-Serie von Yu Hong.

    (Foto: Faurschou Foundation; Foto: Ed Gumuchian)

    Aber seitdem er 2011 den Handel aufgab, widmet er sich seinen wahren Interessen: dem Sammeln und Organisieren von Ausstellungen in den Kopenhagener und Pekinger Niederlassungen seiner Faurschou Foundation – angeregt von seinem großen Vorbild Fondation Beyeler.

    Beziehungen zu China

    Da haben es ihm vor allem weniger kommerzielle, sperrige Arbeiten, wie sie etwa auf der Art Basel Unlimited angeboten werden, angetan. Um die 400 Werke ist seine Sammlung mittlerweile stark. Aber so ganz ließ Faurschou den Markt nicht hinter sich. Hier und da betätigt er sich noch als Art Advisor, verkauft auch manchmal Werke zur Finanzierung neuer Anschaffungen. 

    Zum New Yorker Einstand machen 17 internationale Gegenwartskünstler erst einmal mit der Bandbreite der Sammlung Faurschou vertraut. Mit einigen, wie etwa dem deutschen Bildhauer Christian Lemmerz und dem britischen Provokateur Paul McCarthy, arbeitet er schon lange zusammen. Aber auch die seit 2011 bestehende enge Beziehung zu China soll Thema am Hudson sein. Angedeutet wird das im Titel „The Red Bean Grows in the South“, der aus einem Gedicht des Poeten Wang Wei über die symbolbefrachtete Adzuki-Bohne zitiert.

    Bis April werden drei chinesische Künstler gezeigt, darunter sind neben dem Weltstar Ai Weiwei auch die in China sehr prominente, im Westen jedoch fast unbekannte 53-jährige Malerin Yu Hong, die in ihrer oft brisanten „Tagebuchserie“ politische Ereignisse mit persönlichen Wegmarken kombiniert.

    Teilen muss sie sich die Aufmerksamkeit allerdings mit der daneben aufgestellten, überwältigend absurden Installation „The Ozymandias Parade“ (1985). Das raumfüllende Werk ist eine flackernde und plärrende Gemeinschaftsarbeit von Ed und Nancy Kienholz und eine Satire auf die US-Politik der Reagan-Ära.

    Bühne für Virtual Reality-Projekte

    Etwa zwei Langzeitausstellungen sollen jährlich für New York organisiert werden. Und auch „Khora Contemporary“, eine unabhängige, vor drei Jahren von Faurschou und Partnern gegründete Produktionsagentur, die Kunst und Technologie in Virtual-Reality-Projekten vereint, könnte hier eine Bühne erhalten. „Viele Künstler sind richtig begeistert über VR, man erobert ein ganz neues Publikum und kann sich wie ein Pionier fühlen, ganz wie damals zu Beginn des Kinos“, freut sich der Künstler Christian Lemmerz.

    Die Ausstellung „The Red Bean Grows in the South“ läuft in der Faurschou Foundation New York, 148 Green Street, Brooklyn, bis zum 11. April. Öffnungszeiten sind Mittwochs bis Sonntags von 12 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

    Mehr: Wo junge Künstler ihren Markt testen – Lesen Sie hier über ein privat initiiertes, innovatives Ausstellungsformat in Hamburg.

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