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Auf Wasser gebaut Diese Floating Homes erfüllen jeden Design-Traum

Das Haus am See war gestern. Wer auf und mit dem Wasser lebt, verbindet Hightech-Architektur mit der Sehnsucht nach unverbaubaren Landschaften.
18.01.2020 - 09:35 Uhr Kommentieren
Die geplanten High-End-Häuser nahe der kroatischen Insel Hvar haben 460 Quadratmeter Wohnfläche. Außen kommen noch einmal 500 Quadratmeter dazu. (Foto: FuchsWacker Architekten BDA)
Auf allen Ebenen geräumig

Die geplanten High-End-Häuser nahe der kroatischen Insel Hvar haben 460 Quadratmeter Wohnfläche. Außen kommen noch einmal 500 Quadratmeter dazu.

(Foto: FuchsWacker Architekten BDA)

Hamburg Es braucht keinen Grund und Boden, um spektakuläre Lebensräume zu erschaffen. Wer Lust hat, seine Individualität mit einem unkonventionellen Wohnstil zu krönen, findet „Bauland“ auch auf dem Wasser, auf Wunsch mit schwimmendem Garten oder Pool. Klingt superb, ist es. Und wenn dieser Tage die boot Düsseldorf wieder zum Mekka für Yachten-Aficionados wird, lässt sich gleichsam das eine oder andere schwimmende Schlafzimmer besichtigen.

Allerdings sind Floating Homes hierzulande noch einigermaßen exotisch, während sie anderswo als weitere Facette im Stadtbild faszinieren. Zum Beispiel Seattle. Dort schmücken Wasservillen in Südstaaten-Optik das Hafenviertel. In Kopenhagen bieten Ufer-Areale großzügig dimensionierten Luxus mit Außenterrasse.

An der Amstel im schicken Amsterdamer Stadtteil Weesperzijde oder am idyllischen – vom Impressionisten William Turner verewigten – Chichester Canal im Süden Großbritanniens liegen elegante Architektenentwürfe umgeben von Schilf und Seerosen, kreiert, um ihren Besitzern lebenslanges Ferien-Feeling zu garantieren.

Das Hausboot 2.0 hat nicht mehr viel gemein mit beengter Wohnfloß-Romantik, mit der es sich abenteuerlustig und wann immer es gefällt, zu neuen Ufern beziehungsweise Liegeplätzen schippern lässt. Ein modernes Floating Home steht für ein motorenloses Ein- oder Mehrfamilienhaus, massiv verankert auf einem schwimmenden Stahlbetonponton. Wer umziehen will, muss sein Domizil abschleppen lassen.

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    Es steht für Hightech-Materialien und hochgedämmte leichte Aufbauten, für klares luftiges Design, nachhaltigen Umweltschutz und zusätzliche Energieeffizienz, da Wärme zum Heizen direkt aus dem Wasser gewonnen werden kann. Es bedient jeglichen Wunsch nach dem Anderen, allem voran aber wohl den nach einer Verbindung zwischen Architektur und Natur.

    In Hamburg baute Martin Förster 2006 das erste Floating Home. (Foto: Architekten Martin Förster)
    Musterhaus auf zwei Etagen

    In Hamburg baute Martin Förster 2006 das erste Floating Home.

    (Foto: Architekten Martin Förster)

    „Mit Bezug zum Wasser leben oder arbeiten zu können, ist für sehr viele Menschen ein Sehnsuchtsthema“, sagt der Architekt Martin Förster. „Die Magie der Wellenspiele beruhigt und schafft eine glücklich machende Atmosphäre.“

    Der Hamburger gilt in Deutschland als Pionier in Sachen schwimmende Neubauten. Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde in der Hansestadt in unmittelbarer Nähe zur Hafencity das von ihm entwickelte erste Floating Home gebührend getauft. Ein Musterhaus auf zwei Etagen plus windgeschütztem Skydeck, dem bis heute mehr als 100 Modelle für jede mögliche Nutzung gefolgt sind.

    Darunter die ersten sieben loftartigen Konstruktionen für das Pilot-Wohnprojekt „Schwimmende Perlenkette am Victoriakai-Ufer“: drei Zimmer, offene Küche, Bad – nach drei Seiten verglaste 120 Quadratmeter Wohnfläche mit Eichenparkett und Fußbodenheizung, 60 Quadratmetern Dachterrasse und eigenem Badesteg.

    Reiner Kaufpreis pro Objekt seinerzeit knapp 600.000 Euro, einschließlich der Berücksichtigung allerlei besonderer Anforderungen und einer Lebensdauer von rund 100 Jahren, bei guter Pflege. Die attraktive Anlage im Stadtteil Hammerbrook ist 2014 fertiggestellt worden und bis heute auf 14 Einheiten angewachsen. Die eine oder andere Perle ist als Ferienhaus zu mieten.

    Große Tradition in den Niederlanden

    Insgesamt hat das von der Stadt 2008 initiierte Projekt „Hausboote und schwimmende Häuser im Bezirk Hamburg-Mitte“ dazu geführt, dass mehrere Architektenbüros bislang nahezu 70 Design-Träume erfüllt haben. Hinzu kommen eine schwimmende Konferenz- und Event-Location für eine Hotelgruppe sowie einige zum Wohnen ausgebaute Schiffe, die nur geduldet sind, nicht genehmigt.

    Überhaupt, die Sache mit den Genehmigungen und der Bereitstellung von öffentlichen Wasserflächen für die private Nutzung: Sie ist standortabhängig mehr oder minder komplex, langwierig, herausfordernd und ohne professionelle Begleitung wohl kaum zu händeln. Immerhin stellt die Elbmetropole Planern und Interessenten einen Leitfaden zum Download zur Verfügung. Und doch, für eine Wasserstadt klingen nicht mal 100 sogenannte Lieger wie Luft nach oben. „Stimmt, andere Städte in Europa sind da weiter“, ergänzt Förster.

    Ganz groß darin, auf und mit dem Wasser zu leben und es als Expansions-Potenzial zu nutzen, sind seit eh und je die Niederländer. Floating Houses haben Tradition, werden anders wahrgenommen, angeboten, angenommen. Historisch sollten sie der Wohnungsnot entgegenwirken, heute gelten sie als begehrte Immobilien.

    Das Hamburger Pilot-Wohnprojekt „Schwimmende Perlenkette am Victoriakai-Ufer“. (Foto: Architekten Martin Förster)
    Loftartige Konstruktionen

    Das Hamburger Pilot-Wohnprojekt „Schwimmende Perlenkette am Victoriakai-Ufer“.

    (Foto: Architekten Martin Förster)

    Zugleich sind sie als Zukunftsthema omnipräsent, Stichwort: steigende Meeresspiegel. Immer höhere Deichbauwerke werden die drohende Gefahr auf Dauer nicht lösen können. Entsprechend hat Bauen auf Wasser einen identischen Stellenwert wie Bauen an Land: Wenn die Flut kommt, steigen die Häuser mit und schwimmen.

    So wie im Amsterdamer Osten an der aufgeschütteten Insel IJburg, wo auf über 10.000 Quadratmetern Wasserfläche eine auf Zuwachs geplante Kolonie errichtet wurde, mit Apartments zum Kaufen und Mieten in bis zu dreistöckigen Häusern.

    Dort wie überall muss es freilich nicht immer die eigene Nutzung sein. Auch Kapitalanleger und Investoren mit Blick auf Prestigeobjekte in Wasserlagen sind Zielgruppen. Und natürlich Liebhaber von Feriendestinationen, die aus dem Rahmen fallen. Das Haus am See war gestern.

    Schon jetzt gibt es zehn Kunden für eines der zwölf bis 14 High-End-Häuser, die so bald wie möglich inmitten einer reservierten türkisblauen Adria-Meeresbucht ruhen sollen – nahe der kroatischen Inselschönheit Hvar. Hier denkt man auf allen Ebenen geräumig. 460 Quadratmeter für lichtdurchflutete Innenräume plus 500 Quadratmeter für Außenflächen wie Terrassen, Pool auf dem Dach, Jetski- und Gästebootanlage, dazu Fünf-Sterne-Full-Service und ein mitgeliefertes Boot fürs Abendessen auf
    dem Festland: Das sind die Eckdaten, für die Yachteigner gern deutlich mehr als eine Million Euro ausgeben. Wochenweise mieten geht auch.

    rSchwimmende Suiten in einem sinnlich-reduzierten Design. (Foto:Architekten Martin Förster)
    Modell des Hotelresort auf dem Jinhai-Lake

    rSchwimmende Suiten in einem sinnlich-reduzierten Design.

    (Foto:Architekten Martin Förster)

    „Das Interesse ist groß, wir sind gerade in der Phase der letzten bürokratischen Hürden“, sagt Stephan Fuchs von FuchsWacker Architekten BDA in Stuttgart. Das Unternehmen, allein 2019 mit 16 Design-Awards für Häuser im Portfolio ausgezeichnet, manche zum zweiten oder dritten Mal, hofft in diesem Jahr und in Zusammenarbeit mit einem Schiffsstatiker aus Hamburg, den Prototyp bauen zu können.

    „Es gibt Ausnahmeprojekte, an denen das Herz hängt, und dieses gehört dazu“, schwärmt Stephan Fuchs, dessen Investor, ein langjähriger Kunde, mit dem Vorhaben eine Vision realisieren und damit nicht zuletzt den qualifizierten Tourismus in der Region fördern möchte.

    Unterdessen erwartet auch das Büro Martin Förster gespannt den Baubeginn des Prototyps für ein Hotelresort auf dem Jinhai-Lake, der jederzeit losgehen kann. Gut eineinhalb Stunden von Peking entfernt, entstehen schwimmende Suiten in einem sinnlich-reduzierten Design, das den hohen Stellenwert des Leisen in der asiatischen Kultur aufnimmt. Das Zusammenspiel mit dem Außen spiegelt sich in Suitennamen wie Sky Palace oder Lotus Garden Villa. Bald wahr werdende Träume für jene, die losziehen, um reine Stille zu finden.

    Mehr: Star-Architekt David Chipperfield über die segensreiche Rolle von Stadtplanern, das Geschäftsmodell seines Studios und den Gott Geld. 

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