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Bonusprogramme Lufthansa verlängert Miles & More-Status wegen Corona

Viele Airlines und Hotels zeigen sich in der Coronakrise kulant mit ihren treuesten Kunden. Nun zieht auch die Lufthansa nach – bleibt aber hinter vielen Konkurrenten zurück.
16.05.2020 - 12:10 Uhr Kommentieren
Loyalitätsprogramme: Airlines und Hotelketten kommen ihren treuen Kunden entgegen Quelle: dpa
Das größte Vielfliegerprogramm Europas

Die Lufthansa hat nach Wochen des Schweigens für Miles & More eine neue Regelung verkündet.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Tourismusbranche leidet gerade extrem unter der Coronakrise: Reisen werden abgesagt, keine neuen gebucht, die Hotels sind leer, Flieger bleiben am Boden. Pauschalbucher haben einen gesetzlichen Anspruch auf Rückerstattung ihrer Reise. Aber auch Hotels, Kreuzfahrtlinien und Airlines zeigen sich kulant in Zeiten der Krise: Zuvor nicht stornierbare Buchungen lassen sich meist kostenlos erstatten. Flugtickets werden zurückgezahlt oder lassen sich ohne Zusatzkosten umbuchen.

Doch was ist mit den Meilenprogrammen der Fluggesellschaften? Verlieren Hunderttausende von Kunden nun ihre wertvollen Goldkarten, mit denen man vor dem Abflug etwa in die Lounge hinein kann und bei der Sicherheitskontrolle schneller vorankommt? Und was ist mit den Übernachtungsprogrammen der großen Hotelketten? Müssen Vielschläfer künftig auf Vorzüge wie kostenfreies Frühstück, Upgrades und Late-Checkout bei der Lieblingsherberge verzichten?

Es mag etwas zynisch anmuten, sich in diesen Zeiten über den Ablauf seines Status Gedanken zu machen. Fakt ist aber: Vielflieger und -schläfer sind für Airlines und Hotels die wichtigsten Kunden. Sie bringen den größten Umsatz, sie müssen nun bei Laune gehalten werden, damit sie nach der Krise nicht zur Konkurrenz abwandern.

In den vergangenen Wochen haben sich immer mehr Fluggesellschaften und Hotels zum Thema positioniert. Die Lufthansa, Europas größte Airline, hielt sich lange bedeckt. „Uns ist bewusst, dass Ihre Möglichkeiten Statusmeilen zu sammeln, aktuell eingeschränkt sind“, hieß es in einer Kundenmail kurz nach Ausbruch der Coronakrise. „Wir werden Ihnen im Laufe des Jahres kulante Regelungen für den Statuserhalt bieten.“

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    Nun ist klar, wie die Hansa mit ihrem Vielfliegerprogramm Miles & More vorgehen will: Laut einer Mail, die am 16. Mai an die Teilnehmer verschickt wurde, wird jeder Status, der im Februar 2021 ausgelaufen wäre, um ein Jahr verlängert. Das gilt für alle drei Statusstufen: Frequent Traveller, Senatoren und Mitglieder des exklusiven HON Circle. Obendrein werden eVoucher, mit denen kostenlose Upgrades in höhere Reiseklassen möglich sind, verlängert. Voucher mit Verfallsdatum 2020 sind nun bis Ende 2021 gültig.

    Gleichzeitig verschiebt die Lufthansa die eigentlich zum kommenden Jahr geplante Umstellung ihres Meilenprogramms um ein Jahr. Die bisherigen Programmregeln bleiben damit bis Ende 2021 in Kraft. Die Regelungen mögen auf den ersten Blick kulant klingen. Aber es fallen auch viele Vielflieger durchs Raster: Wer etwa seinen Status im Jahr 2019 erreicht oder verlängert hat, bekommt kein Extrajahr geschenkt. Hier läuft der Status weiter wie bisher zwei Jahre nach dem Jahr der Qualifizierung ab – also Ende Februar 2022.

    Andere Airlines geben sich da weitaus kulanter und haben beispielsweise die für Status oder Requalifizierung erforderlichen Punkte oder Flugsegmente für das laufende Jahr abgesenkt. Ein Überblick über die Entscheidungen der Airlines und Hotels der vergangenen Wochen:

    Fluggesellschaften

    Delta Airlines: Die amerikanische Fluggesellschaft verlängert den Status der Mitglieder seines SkyMiles-Programms um ein ganzes Jahr. Alle derzeit gültigen Mitgliedsstufen laufen damit bis zum 31. Januar 2022. Obendrein werden alle bis dato in 2020 gesammelten Qualifizierungsmeilen ins Jahr 2021 übertragen, damit die Requalifikation des Status für das Jahr 2022 einfacher gelingt.

    United: Nachdem Delta vorgeprescht war, zog auch die Konkurrenz von United nach. Der Status im Programm MileagePlus wird hier ebenfalls um ein Jahr verlängert – und läuft somit bis ins Frühjahr 2022.

    American Airlines: Am 13. April hat sich auch American entschieden, seine Vielflieger zu entschädigen. AAdvantage-Mitglieder behalten ihren aktuell gültigen Status bis Ende Januar 2022.

    Aeroflot: Die russische Airline verlängert in ihrem Mitgliedsprogramm Aeroflot Bonus alle Statuskarten bis Ende Februar 2022. Finnair Plus, das Programm der finnischen Airline, verlängert die Gültigkeit um ein halbes Jahr. Auch die griechische Airline Aegean hat angekündigt, den Status im Programm Miles+Bonus um sechs Monate zu verlängern. Bei der Golf-Airline Emirates werden zur Requalifizierung des Status in diesem Jahr nur 80 Prozent der sonst benötigten Meilen veranschlagt.

    British Airways: Die Airline hat für die Mitglieder ihres Executive Clubs, deren Mitgliedsjahr in den Monaten April bis Juni endet, die benötigten Punkte zum Statuserhalt um 30 Prozent reduziert. Ähnlich wollte anfangs auch Flying Blue, das Meilenprogramm von Air France und KLM verfahren: Statusinhaber, deren Requalifikationszeitraum in den Monaten März bis Mai endet, brauchten ein Viertel weniger an „XP-Punkten“. Mitte April besserte Air France aber noch einmal nach: Jeder Status, der zwischen März 2020 und Februar 2021 ausgelaufen wäre, wird nun um ein Jahr verlängert.

    Hotelketten

    Hilton: Die US-Kette Hilton, zu der neben den gleichnamigen Häusern unter anderen auch die Luxusketten Waldorf Astoria und Conrad gehören, zeigt sich gegenüber den Kunden ihres Honors-Programms besonders kulant: Egal ob Silver, Gold oder Diamond – Honors-Mitglieder bekommen ihren derzeit gültigen Status bis Ende März 2022 verlängert. Besonders freuen können sich auch Mitglieder, die im Jahr 2019 zu wenig Nächte oder Punkte gesammelt haben, um ihren Status zu requalifizieren: Wer zum 31. März 2020 eigentlich auf die nächsttiefere Stufe gefallen wäre, erhält den bislang gültigen Status nun für ein weiteres Jahr, bis Ende März 2021.

    Accor: Die französische Accor-Gruppe, zu der neben den Ibis-, Mercure- und Novotel-Häusern mittlerweile auch Luxusketten wie Sofitel, Fairmont oder Rixos gehören, gibt sich um einiges knauseriger. Accor schreibt allen Statusinhabern seines Loyalitätsprogramms ALL (Accor Live Limitless) die Hälfte der für 2020 benötigten Nächte und Statuspunkte gut. Sprich: Wer seinen Status halten will, muss bis Ende des Jahres trotzdem weiter fleißig in den Gruppenhotels übernachten. Nur eben halb so viel wie sonst üblich.

    H-Hotels: Die noch junge Kette H-Hotels, die ihr Programm HotMiles nennt, verlängert den Status ihrer Mitglieder hingegen ohne jegliche Auflagen bis Ende 2021. Auch die spanische Kette Melià verlängert ihr Rewards-Programm um ein Jahr, wenn der Status bis Ende des Jahres abgelaufen wäre. Das Rewards-Programm von Radisson verlängert Statuskarten, die im Februar 2021 ausgelaufen wären, ebenfalls um ein ganzes Jahr. Anfang April zog auch die US-Kette Hyatt nach: Jeder Status von „World of Hyatt“, der 2021 ausgelaufen wäre, wird automatisch um ein Jahr verlängert. Bis Ende 2020 verfallen zudem keine der gesammelten Punkte.

    Beim US-Riesen Marriott gab es wochenlang keine offizielle Regelung. Am 16. April teilte der CEO dann doch allen Mitgliedern des Bonvoy-Programms mit, dass ihre im Jahr 2019 erreichten Statuslevel automatisch bis Februar 2022 verlängert werden. Zudem verfallen bis Februar 2021 keine angesammelten Punkte.

    Mehr: HON Circle für einen Tag: Unterwegs mit einem Luxus-Vielflieger

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