Rolex und Co.: „Der Uhrenmarkt ist völlig bekloppt“: Wie Kratzer den Wert von Luxusuhren steigern
Der Preis für Luxusuhren kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben.
Foto: Getty ImagesDüsseldorf. Das Objekt in der Auktion von Sotheby's zeigt die typischen Merkmale, die die „Royal Oak“ des Herstellers Audemars Piguet seit exakt 50 Jahren auszeichnen. Das schlichte runde Zifferblatt wird umgeben von einer achteckigen Lünette, in der wiederum acht Schraubenköpfe sichtbar sind. Die Glieder des Stahlarmbands von Lot 1 sind schön zu erkennen, auf der Uhr ist es sieben Minuten nach zehn, die Zeiger sind wie ein lachender Mundwinkel nach oben gezogen.
Was das Objekt allerdings nicht zeigt: die aktuelle Uhrzeit. Denn es ist lediglich eine Skizze des Schweizer Uhrmachers Gerald Genta. Erfolgreich versteigert wird sie dennoch. Preis: 564.500 Schweizer Franken.
Es sei, so denn überhaupt nötig, ein weiterer Beweis, dass die Uhrenbranche „völlig bekloppt“ sei, schimpfte kurz nach Ende der Auktion der Uhrenjournalist Peter Braun auf Facebook. Andere Belege sind nicht schwer zu finden. Rekorde bei Auktionen sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Am 12. Dezember 2021 wurde das erste Exemplar einer auf 170 Stück limitierten Version des Modells „Nautilus“ von Patek Philippe mit Zifferblatt in Tiffany-Blau bei einer Auktion für 6,5 Millionen US-Dollar versteigert – der „normale“ Preis der übrigen 169 Stück liegt offiziell bei knapp mehr als 50.000 US-Dollar – wenn man denn eine bekommt.