Rüstung: Dieser Mann will den Umsatz von Rheinmetall vervierfachen
- Unter der Führung von Armin Papperger hat sich Rheinmetall von einem mittelmäßigen deutschen Zulieferer zu einem Rüstungskonzern mit weltweiten Ambitionen entwickelt. Wie der Unternehmer jetzt die globale Konkurrenz aus den USA überholen will.
- Papperger hat enge Kontakte zur deutschen Politik, insbesondere zum Verteidigungsminister. Warum diese Nähe auch brüchig werden kann.
- Rheinmetall spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen Russland. Wie dieser Krieg und das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen ein beispielloses Wachstum der deutschen Rüstungsindustrie ausgelöst haben.
Kiew, Berlin, Düsseldorf. Das Werk, das Russlands Präsident Wladimir Putin zerstören will, liegt im Westen der Ukraine unter einem dichten Baumbewuchs. Am Tor stehen Wachposten, die Maschinenpistolen tragen. Nach einem oberflächlichen Check lassen sie den Kleinbus passieren. „Die kennen mich“, sagt Julja Kovalenka. Es ist ein Deckname; ihr richtiger Name darf aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden, wie auch der genaue Standort der Fabrik.
Sie baut als Managerin für das Düsseldorfer Rüstungsunternehmen Rheinmetall neue Fabriken in der Ukraine. An dem Standort im Westen des Landes hat der Rüstungskonzern ein Werk für die Instandsetzung von Panzerfahrzeugen aus deutscher Produktion errichtet. Ein Lazarett für Schwermetallenes.
In einer Halle sind fünf Schützenpanzer vom Typ Marder aufgereiht. Die Spuren der Kämpfe sind auf dem Stahl der Panzer zu sehen: „Die sind intensiv im Einsatz gewesen“, sagt die Managerin. Einem der grün lackierten Ungetüme hat eine russische Mine Ketten und Räder weggerissen, ein anderes zeigt eine deutliche Beule. „Wohl von einer Drohne.“ Für die Managerin schaurige Routine, seitdem ihr Chef sie in diesen Einsatz geschickt hat. Ein Einsatz, dessen Ziel sie so beschreibt: „Ich trage damit meinen Teil dazu bei, dass meine Heimat geschützt wird.“