Volksbanken: Mehrere Problem-Häuser beschäftigen die Finanzaufsicht
Frankfurt. Eine Reihe von Skandalen sorgt derzeit für Unruhe bei den Genossenschaftsbanken. Zuletzt geriet die Volksbank Düsseldorf Neuss mit einem besonders ungewöhnlichen Vorfall in den Blickpunkt. Sie überwies 100 Millionen Euro des französischen Modeunternehmens Kiabi auf ein Konto in der Türkei, von wo das Geld dann verschwand. Nun sieht sich die Bank mit entsprechenden Rückforderungen konfrontiert. Müsste sie zahlen, wäre die Hälfte ihres Eigenkapitals aufgezehrt – ein Horrorszenario.
Um das Risiko abzuschirmen, ist der Stützungsfonds des Branchenverbands BVR eingesprungen. Das Institut in Düsseldorf ist bereits die dritte Volksbank, die 2024 auf diese Weise gerettet wurde. Für die knapp 700 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland ist das unangenehm, denn die Problemfälle beeinträchtigen das Image der Geldhäuser.
Die Finanzaufsicht Bafin verfolgt die Ballung der Probleme im Genossenschaftssektor sehr genau. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert Bafin-Präsident Mark Branson nun erstmals deutliche Kritik. „Einige der Banken sind nicht gut geführt worden und hatten kein gutes Risikomanagement“, moniert er.