Deutschland: Investoren bereiten sich auf Infrastruktur-Boom vor
Frankfurt. Banker und Investoren positionieren sich für einen neuen Infrastruktur-Boom in Deutschland. Grund dafür ist der Haushalt, den Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Dienstag auf den Weg gebracht hat: Er will allein in dieser Legislaturperiode knapp 850 Milliarden Euro Schulden aufnehmen. In den kommenden zwölf Jahren sollen 500 Milliarden Euro staatliche Mittel in die deutsche Infrastruktur fließen.
Allein im kommenden Haushalt hat Klingbeil demnach eine Neuverschuldung von 143 Milliarden Euro eingeplant. Um die Durchschlagskraft zu erhöhen, will Berlin zudem privates Kapital mobilisieren. Anthony Gutman, Co-CEO von Goldman Sachs International, sagt: „Der Anstieg bei staatlichen Investitionen in Deutschland und andernorts nährt die Hoffnung der Investoren auf eine Kombination aus öffentlichen und privaten Infrastrukturausgaben.“
Vincent Policard, Co-Leiter für Infrastruktur in Europa beim Vermögensverwalter KKR, bestätigt: „Von dem Infrastrukturpaket geht eine wichtige Signalwirkung aus.“ Die Regierung müsse die Frage beantworten, wie sie die geplanten Infrastrukturinvestitionen dank privaten Kapitals vervielfachen könne, fügt Cord von Lewinski, Chef der DACH-Region bei Macquarie Asset Management, hinzu.
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Es könnten „internationale Investoren nach Deutschland gelockt und die Investitionssumme erheblich gesteigert und in Richtung zwei Billionen Euro vervierfacht werden.“ Lewinski unterstreicht: „Das muss das Ziel sein.“ Doch damit tatsächlich privates Kapital in Stromnetze und Brücken, Schienen und Glasfaserkabel fließt, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.