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Europäische SouveränitätAWS startet unabhängige EU-Cloud mit Milliarden-Investition

Alle Daten bleiben in der EU: AWS startet eine neue Cloud speziell für den öffentlichen Sektor und kritische Infrastruktur. Für Brandenburg bedeutet dies Investitionen in Milliardenhöhe. 15.01.2026 - 12:13 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören
AWS hat eine neue, unabhängige Cloud für Europa in Betrieb genommen, die sich vollständig in der Europäischen Union befindet. Foto: Uwe Lein/dpa

Potsdam. Der US-amerikanische Internet-Gigant AWS hat eine neue, unabhängige Cloud für Europa in Betrieb genommen. Die Rechenzentren des Cloud-Angebots werden sich in Brandenburg befinden, kündigte die Amazon-Tochter im Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam an. AWS geht damit auf Befürchtungen ein, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump amerikanische Cloud-Dienste ausspähen oder ungerechtfertigt abschalten könnte.

Milliarden-Investitionen in Brandenburg

Für die Einrichtung der europäischen Cloud plant AWS in Brandenburg Investitionen in Höhe von etwa 7,8 Milliarden Euro. In einem ersten Schritt wird sich AWS in bestehende Rechenzentren einmieten. Anschließend ist ein schrittweiser Aufbau eigener Rechenzentren in Brandenburg geplant – darunter eines südlich von Berlin und eines in Südbrandenburg.

Die „European Sovereign Cloud“ von AWS richtet sich vor allem den öffentlichen Sektor, aber auch Betreiber kritischer Infrastruktur (KRITIS) sowie Banken und andere Unternehmen, die höhere Anforderungen an den Datenschutz haben. Die europäische AWS Cloud soll eine rechtssichere Basis bieten, um die strengen Anforderungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und andere EU-Regulierungen zu erfüllen, ohne auf die Leistungsfähigkeit einer modernen Cloud verzichten zu müssen.

Daten verbleiben in Europa

Das neue Angebot unterscheidet sich von der herkömmlichen AWS Cloud in mehreren Punkten: Zum einen erfolgen Betrieb, Kontrolle und Verwaltung des Angebotes ausschließlich durch Personal aus der Europäischen Union. Sämtliche Daten verbleiben vollständig innerhalb der EU. Außerdem bietet AWS ein Verschlüsselungssystem an, dass dafür sorgt, dass selbst AWS-Mitarbeiter keinen Zugriff auf die Daten haben. Die soll auch Zugriffe von US-amerikanischen Behörden verhindern.

„Europa braucht Zugang zu führender Cloud- und KI-Technologie. Die Erweiterung der AWS Innovationen in Europa wird dabei helfen, das Wachstum unserer Kunden und ihre KI-Ambitionen voranzutreiben“, sagte AWS-Manager Stéphane Israël. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte, die europäische AWS-Cloud stärke nicht nur Deutschlands Rolle als Standort für digitale Infrastruktur in Europa. „Sie belegt auch die Attraktivität unseres Landes für Investitionen in modernste Technologien. Globales Know-how wird mit europäischen Datenschutz- und Sicherheitsstandards zusammengebracht.“

Milliarden–Perspektive für Brandenburg

Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) sieht sein Bundesland zunehmend auf dem Weg zum „digitalen Innovations-Hotspot“. Er geht davon aus, dass verschiedene Unternehmen in den kommenden Jahren bis zu 30 Milliarden Euro in Rechenzentren in Brandenburg investieren werden. Bislang ist Frankfurt und die Rhein-Main-Region der führende Standort für Rechenzentren in Deutschland, auch weil sich dort der große Internetknoten DE-CIX befindet.

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