André Kostolany: Was wirklich hinter seinen Zitaten zum Börsenmarkt steckt
Düsseldorf. Rückblickend fasste André Kostolany sein Dasein an der Börse sinngemäß so zusammen: Mit all seinen Spekulationen habe er zu 49 Prozent verloren, aber zu 51 Prozent gewonnen – und von dieser Differenz ganz gut gelebt.
Der Börsenguru, Spekulant, Journalist, Entertainer und Schriftsteller liebte es, seine breite humanistische Bildung abseits trockener Wirtschafts- und Finanzthemen zu zelebrieren. Börsen-Frischlinge ohne Fachwissen sind bei ihm bestens aufgehoben.
Vorausgesetzt, sie lieben das große Ganze, abseits wirtschaftstheoretischer Überlegungen mit Kennzahlen und Bilanzen. Im Vordergrund stehen vielmehr gute Ratschläge, ganz viel Lebenserfahrung und vor allem ein unnachahmlicher feuilletonistischer Stil, gepaart mit frischem, oft beißendem, aber nie verletzendem Humor.
Kostolanys Weltanschauung ist von einer tiefen Abneigung gegen die klassische Volks- und Betriebswirtschaftslehre gekennzeichnet. Er war davon überzeugt, dass im Prinzip jeder Beruf die Befähigung zum erfolgreichen Anleger mit sich bringe – außer der des Volks- und Betriebswissenschaftlers.
Wie kaum einem anderen gelang es Kostolany, eherne Grundsätze an der Börse in einfachsten Bildern zu erklären: „Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit.“