Fondsmanager: Blackrock, DWS und Co. brechen die Gewinne weg
Auch während der Hochphase stiegen die Kosten der Anbieter im Schnitt zwei Prozent stärker als die Einnahmen.
Foto: Reuters (6)Frankfurt. Die guten Zeiten für Vermögensverwalter sind vorbei: Im vergangenen Jahr fiel das verwaltete Kapital der Branche weltweit um fünf Prozent, die Gewinne sackten sogar um 27 Prozent ab – maßgeblich getrieben vom Wertverfall bei Aktien und Anleihen. „Das ist der Beginn einer Trendwende“, warnt Johannes Burkhardt, Partner bei der Unternehmensberatung BCG in München.
Die BCG-Berater sagen für die lange erfolgsverwöhnte Branche ein völlig verändertes Umfeld voraus. Fast zwei Jahrzehnte lang hätte die Konjunktur an den Wertpapiermärkten Kapital und Gewinne der Asset-Manager nach oben getrieben. „90 Prozent des Einnahmewachstums der Verwalter in den letzten zwei Jahrzehnten waren dem Börsenboom zu verdanken – diese guten Zeiten sind jetzt vorbei“, analysiert Burkhardt.
Ähnlich sehen es Branchenvertreter. „Auch das laufende Jahr dürfte bei den Anbietern negative Zahlen liefern“, meint Katja Müller, Vorständin bei Universal Investment. Sie hält es für wahrscheinlich, dass Verwalter ihre Angebote anpassen, Geschäftsbereiche ausgliedern und die Automatisierung vorantreiben: „Aber das braucht Zeit, deshalb werden die wichtigen Kennzahlen wohl erst 2024 besser ausfallen können.“