Rüstungs-ETFs: Wie Sie in Rüstung investieren – und worauf zu achten ist
Frankfurt. Anfang Juni steigt auch das US-Fondshaus State Street Global Advisors ein. Der Vermögensmanager, mit verwalteten Kundengeldern von knapp fünf Billionen US-Dollar einer der größten der Welt, will neue Sektorenfonds auflegen – Fonds also, die auf eine Branche wetten und damit bestenfalls den breiten Aktienmarkt schlagen. Und der erste State-Street-Fonds dieser Art ist, natürlich, ein börsennotierter Indexfonds (ETF) zum Thema Rüstung.
Nicht nur in der deutschen Politik, auch an den Börsen hat sich das Image von Panzerherstellern und Kampfflugzeugbauern rasant gewandelt.
Die Aktien von Rüstungskonzernen wie Rheinmetall aus Deutschland, Leonardo aus Italien und BAE Systems aus Großbritannien sind mit der Aussicht auf prall gefüllte Auftragsbücher in den vergangenen Monaten immer weiter gestiegen.
Der europäische Branchenindex Stoxx Europe Targeted Defence hat seinen Wert seit Jahresbeginn fast verdoppelt.
Zugleich scheint die Branche ihr anrüchiges Image in Teilen der Gesellschaft abgestreift zu haben. Es hatte lange dazu geführt, dass für viele Fonds Rüstungsaktien von vornherein ausgeschlossen waren. Sie rangierten beim Investorenimage etwa gleichauf mit Branchen wie Pornografie oder Glücksspiel.
Bereits Milliarden Euro in Rüstungs-ETFs investiert
Das neu erwachte Interesse am Verteidigungssektor ist auch ETF-Anbietern nicht entgangen. Der State-Street-ETF ist dafür nur das jüngste Beispiel. Seit Donald Trump US-Präsident ist und Europa seine Verteidigungsausgaben hochschrauben will, werden immer neue Produkte aufgelegt.
„Ich habe noch nie Fonds so schnell als Reaktion auf geopolitische Ereignisse auf den Markt kommen sehen“, sagt Kenneth Lamont, Fondsexperte beim Analysehaus Morningstar. In der ersten Jahreshälfte war es auf dem europäischen Markt im Schnitt ein neuer Verteidigungsfonds oder -ETF pro Monat.
Die größten Rüstungs-ETFs enthalten inzwischen mehrere Milliarden Euro Kundenkapital und zählten zuletzt zu den meistgehandelten ETFs am Handelsplatz Xetra der Deutschen Börse. Dabei unterscheiden sich die Produkte teils deutlich. Was sind die Unterschiede? Worauf sollten Anleger bei einem Investment achten? Und wo gab es die höchsten Renditen zu holen? Das Handelsblatt gibt einen Überblick.