S&K-Prozess: „Das ganze Verfahren ist ein Konstrukt“
S&K-Gründer Jonas Köller vor Gericht.
Foto: dpaFrankfurt. Er ist das „K“ in S&K und muss sich seit knapp einem halben Jahr mit fünf weiteren Angeklagten wegen schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie ebensolcher Untreue vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Jonas Köller, der schon 2003 sein erstes Unternehmen mit Stephan Schäfer gründete, hat am Mittwoch mit dem Verlesen seiner Einlassung begonnen. Darin wehrt er sich gegen die Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft in einer mehr als 1.700-seitigen Anklage gegen ihn und seine mutmaßlichen Komplizen erhoben hat. Die Kurzfassung der Anklage: Sie sollen mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem mehr als 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben.
Am Anfang waren Köller einige „Vorbemerkungen“ wichtig. Er widersprich der Darstellung der Kläger, dass die Investitionen der S&K Gruppe nicht geeignet gewesen seien, den Anlegern eine Rendite zu bringen und dass er und die anderen Angeklagten 240 Millionen Euro für eigene Zwecke verbraucht hätten. Ob seine Bezüge zu hoch gewesen seien? Von Ende 2008 bis Anfang 2013 habe er aus seinen Unternehmen insgesamt 6,5 Millionen Euro erhalten. Dass diese Zahlungen rechtlich in Ordnung gewesen seien, werde er erörtern. Doch um dies zu klären, wäre es seiner Ansicht nach nicht nötig gewesen, die S&K-Gruppe zu zerstören, „so wie es am Tag meiner Verhaftung geschehen ist“.