Geldanlage: Der Puppenspieler, eine Escortdame und das 50-Millionen-Euro-Rätsel
Düsseldorf. Die Angestellten von Wolfgang Hoeft konnten ihr Glück kaum fassen, und das ausgerechnet im Casino. Kurz vor Weihnachten 2016 lud sie der Chef des Finanzvertriebs MW-Group in die Spielbank Bad Homburg. Nach Galadinner und Ansprache kam er zum Programmpunkt „Schöne Bescherung“. Hoeft öffnete eine schwere Tasche, die er herbeigeschleppt hatte. Sie war voller Gold.
Den besten Mitarbeitern drückte er Barren im Wert von bis zu 20.000 Euro in die Hand, erinnern sich mehrere Teilnehmende. Für die weniger Erfolgreichen hatte er Goldmünzen für rund 700 Euro mitgebracht. Anschließend erhielt jeder Gast ein Samtbeutelchen gefüllt mit Jetons im Wert von 500 Euro. Dann wurde gezockt.
Acht Jahre später ist vom Goldrausch im Casino wenig geblieben. Zwar schwärmen Ehemalige noch heute von pompösen Abenden in einer Zeit, als ihrem Chef fast alles zu gelingen schien. Doch längst überlagert der Ärger ihre schönen Erinnerungen. MW-Anleger haben nicht einmal die. Sie müssen fürchten, ihr Angespartes verloren zu haben.