Geldanlage: Wie Sie Klumpenrisiken in Ihrem Portfolio beseitigen
Düsseldorf. Lange war ich stolz, weil ich überhaupt investiere. Schon im Hörsaal riet ein Professor: Wer Geld übrig hat, soll es in einen breit gestreuten ETF stecken – am besten sofort. Der MSCI World erschien auf der Leinwand, eine stetig steigende Renditekurve. Ich investierte, sobald ich konnte, aktuell spare ich 200 Euro im Monat in ebenjenen MSCI World. So weit, so diszipliniert.
Das Studium ist ein paar Jahre her. Und je mehr Artikel ich über meine „Anlagestrategie“ lese, desto mehr zweifle ich an ihr. Denn der MSCI World hat amerikanische Firmen im Übergewicht. Und über deren Perspektiven bin ich verunsichert, seitdem US-Präsident Donald Trump Wirtschaftspolitik nach Tageslaune betreibt. Wie stabil können die Unternehmen eines Landes auf Dauer sein, das nach den Stimmungsschwankungen eines alten Manns regiert wird?
Ich spreche mit einer Vermögensverwalterin, die meint: „Der MSCI World läuft gerade gut, aber das wird nicht so bleiben.“ Eine Professorin öffnet mir das Tor zur Kryptowelt. Ein Verbraucherschützer wiegelt ab, weil er kein Klumpenrisiko sieht. Zwischendurch rechnet mir jemand vor, dass ich mit etwas Geduld Millionärin werden könne. Und gerade als ich dachte, meine neue Anlagestrategie stünde, stelle ich alles wieder infrage. Aber von vorn.