Geldanlage: Frankreichs Regierungskrise macht Investoren zu Recht nervös
Frankreich kommt politisch nicht zur Ruhe, und das macht auch Investorinnen und Investoren nervös. Das Land ist mit 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hochverschuldet, aber das kümmert viele Französinnen und Franzosen nicht.
Premier François Bayrou will im Haushalt für das kommende Jahr knapp 44 Milliarden Euro einsparen. Gegen diese Sparpläne hat schon vor einigen Tagen ein linkes Aktionsbündnis für den 10. September unter dem Motto „Tout bloquer“ zu einer Art Generalstreik aufgerufen.
Der ohne Parlamentsmehrheit regierende Bayrou kündigte am Montag an, dass er am 8. September im Parlament die Vertrauensfrage stellen wird. Anfang des Jahres überstand er noch ein Misstrauensvotum.
Sein Vorgänger Michel Barnier war dagegen Ende 2024 nach nur drei Monaten im Amt an einem solchen gescheitert. Dieses Schicksal droht auch Bayrou. Am Dienstag erklärten die drei großen Oppositionsparteien, dass sie Bayrou nicht unterstützen werden.
Am Montag und Dienstag waren daraufhin Aktien- und Anleihekurse in Frankreich gleichermaßen unter Druck geraten. Am Mittwoch hat sich die Lage an den Märkten zwar etwas beruhigt. Doch Experten wie Daniel Hartmann, Chefvolkswirt beim Asset-Manager Bantleon, betonen, dass nicht absehbar ist, dass sich die verfahrene politische Lage in Frankreich entspannt. Das dürfte französische Aktien und Anleihen noch ordentlich belasten.