Märkte-Insight: Das Ende der wilden Bitcoin-Jahre
Düsseldorf. Keine andere Assetklasse spaltet die Meinung von Investoren so wie die Kryptowährung Bitcoin. Für den mittlerweile verstorbenen Charlie Munger, rechte Hand des US-Starinvestors Warren Buffett, war die Cyberdevise „Rattengift“.Für ihre Anhänger ist sie hingegen ein sicheres Wertaufbewahrungsmittel, weil der Bitcoin im Gegensatz zu Geld nicht beliebig vermehrt werden kann. Bei dieser Betrachtungsweise hätte die Cyberdevise eine goldähnliche Funktion.
Doch egal ob man Bitcoin-Jünger oder -Verächter ist: Die Zulassung der Bitcoin-ETFs, die zu 100 Prozent mit der Devise abgesichert werden müssen, ist ein Ritterschlag für diese Assetklasse. Die wilden Jahre dürften vorbei sein, womit die Schwankungsbreite gemeint ist.
Kursausschläge von mehr als 20 Prozent an einem Handelstag ohne relevante Nachrichten, wie sie früher öfter vorkamen, dürften nun eher selten eintreten. Der größte Kursrutsch in den vergangenen Monaten betrug beispielsweise nur elf Prozent und hatte einen besonderen Anlass. Es waren die üblichen Gewinnmitnahmen nach der ETF-Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC.
Etwas geringere Kursschwankungen dürften auch mehr Trader mit einem mittelfristigen Horizont anlocken, denen das Risiko zu groß war, dass die Cyberdevise abstürzt. Damit kein Missverständnis entsteht: Der Bitcoin wird wohl niemals mit einem Aktieninvestment vergleichbar sein. Es gibt keine Fundamentaldaten wie Unternehmensumsätze oder -gewinne, mit denen sich der innere Wert bestimmen lässt. Vermutlich wird der Kurs der Devise im Vergleich zu Aktien weiterhin deutlich stärker schwanken.
