US-Banken: Kreditkarten-Deal mit Apple drückt Gewinn von JP Morgan
Frankfurt, New York. Die größte US-Bank JP Morgan Chase hat im vierten Quartal einen leicht geringeren Gewinn verbucht als ein Jahr zuvor. Der Überschuss fiel auf 13 (Vorjahr: 14) Milliarden Dollar oder 4,63 (4,81) Dollar je Aktie, wie das Institut am Dienstag mitteilte.
Das liegt im Wesentlichen an einer milliardenschweren Sonderbelastung für die Übernahme des Apple-Kreditkartengeschäfts. Die Bank hatte für das von Goldman Sachs übernommene Portfolio eine Rückstellung für Kreditverluste in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar gebucht.
Ohne diese einmalige Belastung stieg der Gewinn dank eines starken Handelsgeschäfts auf 14,7 Milliarden Dollar. Dieser Wert liegt über den Erwartungen. Die Gebühren aus dem Investmentbanking beliefen sich im vierten Quartal auf 2,3 Milliarden Dollar, nach 2,4 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.
Für das gesamte Jahr 2025 lag der Gewinn bei 57 Milliarden Dollar (2024: 58,5 Milliarden).
JP-Morgan-Chef verweist auf „potenzielle Risiken“
JP Morgan machte den Auftakt zur Bilanzsaison. Am Mittwoch folgen die Bank of America und Citigroup, während am Donnerstag Morgan Stanley und Goldman Sachs ihre Bilanzen vorlegen.
JP-Morgan-CEO Jamie Dimon schlug bei der Veröffentlichung der Ergebnisse vorsichtige Töne an: „Die Verbraucher geben weiterhin Geld aus, und die Unternehmen bleiben insgesamt gesund“, sagte Dimon.
„Diese Bedingungen könnten noch einige Zeit anhalten, insbesondere dank laufender fiskalischer Stimuli, der Vorteile von Deregulierung und der jüngsten Geldpolitik der Fed“, sagte der Banker weiter.
„Wie immer bleiben wir jedoch wachsam, und die Märkte unterschätzen offenbar die potenziellen Risiken – darunter komplexe geopolitische Entwicklungen, das Risiko hartnäckiger Inflation und erhöhte Vermögenspreise.“
Kreditkarten-Branche unter Druck
Mit dem Apple-Deal stärkt JP Morgan zwar seine Position im Kreditkartengeschäft und baut die Partnerschaft mit dem iPhone-Hersteller aus. Der Deal fällt jedoch in eine kritische Zeit für die Branche.
Für Verunsicherung im Bankensektor sorgte am Freitag eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Auf der Plattform Truth Social postete er, dass ab dem 20. Januar per Dekret eine einjährige Obergrenze von zehn Prozent für Kreditkartenzinsen eingeführt werden soll. Einzelheiten nannte er nicht.
Nach Daten der Notenbank Federal Reserve lagen die durchschnittlichen Kreditkartenzinsen im November bei 22,3 Prozent, während sie 2015 noch 13,7 Prozent betragen hatten. Die Einführung einer Zinsobergrenze war eines der Wahlkampfthemen Trumps im Jahr 2024.
„Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir nicht länger zulassen werden, dass die amerikanische Öffentlichkeit von Kreditkartenunternehmen abgezockt wird“, schrieb Trump in seinem Beitrag. Experten halten eine Umsetzung jedoch für unwahrscheinlich, da sie vermutlich eine Gesetzesänderung erfordern würde.
Die Citi-Bank warnte, dass dies „schwerwiegende Auswirkungen auf das Kreditkartengeschäft hätte, da wir nicht glauben, dass zehn Prozent eine zufriedenstellende Rendite sind, um eine gute risikobereinigte Rendite für unbesicherte Kredite zu erzielen.“
Die Bankaktien reagierten mit Kursabschlägen: Die Aktien der Citigroup fielen um rund drei Prozent, während JP Morgan und Bank of America jeweils mehr als ein Prozent verloren.
Auch der US-Bankenverband hatte vergangene Woche gewarnt, dass ein solcher Schritt den Zugang zu Krediten für Verbraucher und kleine Unternehmen erschweren könnte.
Mit Agenturmaterial.