Handelsblatt-Musterdepots: Das Nachhaltigkeits-Depot: Drei Beispiele, um in soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu investieren
Die Strategen (v. l.): Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), Gabriele Hartmann (Perspektive Asset Management) sowie David Wehner (Do Investment)
Foto: privatFrankfurt. An diesem Wochenende erreicht die Urlaubssaison in Europa ihren Höhepunkt. Für Fondsmanager oftmals ein Moment, das Portfolio nochmals zu überdenken, an das Team zu übergeben und für einige Tage die Börsen von der Seitenlinie zu betrachten. Dieser Perspektivenwechsel ist wichtig.
Zuvor erreichte mich jedoch die Nachricht, dass mein Sohn beim „World Scout Jamboree“-Treffen in Korea zusammen mit 40.000 Jugendlichen evakuiert werden muss, wegen zu großer Hitze und eines aufkommenden Taifuns. Am gleichen Tag folgten Bilder von Sardinien, mit heftigen Waldbränden und Freunden, die ihr Hotel auf der italienischen Insel verlassen mussten.
Hitzewellen, Dürre und heftige Stürme sind extreme, besorgniserregende Wetterverhältnisse. Die wissenschaftliche Fachwelt ist sich einig darüber, dass dies dem Klimawandel zuzuschreiben ist – als Folge zu hoher CO2-Emissionen. Das ist ein Anlass für mich, weniger über Inflation, Rezession und Quartalszahlen zu berichten als vielmehr an drei Beispielen zu zeigen, welchen Beitrag das Musterportfolio Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt leistet.
Viele der selektierten Aktien befinden sich auch in traditionellen Portfolios. Doch der Auswahlprozess folgt der strengen Regel, nur Unternehmen zu wählen, die einen positiven Beitrag zum Wohlergehen der Menschen leisten und sich der Bekämpfung des Klimawandels anschließen. Dies ist nicht trivial, denn es geht um die 17 Ziele der Vereinten Nationen, die vielschichtig auf Nachhaltigkeit eingehen.
1. Canadian Solar: Ermöglicht nachhaltige Energiewirtschaft
Mit Canadian Solar, einem der größten Hersteller von Solarmodulen, passen Intuition und komplexes Zahlenwerk zueinander. Das Unternehmen leistet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Energiewirtschaft.
Canadian Solar ist weltweit aktiv und produziert auch in China. Deshalb ist die Einhaltung internationaler Standards für Arbeitsrechte ein wichtiger Faktor für die Beurteilung der sozialen Aspekte und des Arbeitsschutzes.
Canadian Solar gehört im Bereich Nachhaltigkeit zu den besten Unternehmen seiner Branche. Maßgeblich ist dabei auch die Zertifizierung nach der Internationalen Organisation für Normung mit Sitz in Genf, auch bekannt als ISO-Standards.
Im laufenden Jahr konnte der Kurs von Canadian Solar knapp zweistellig zulegen. Das Unternehmen profitiert von der Verabschiedung der gezielten Förderung nachhaltiger Energienutzung in den USA, besser bekannt als Inflation Reduction Act (IRA). Dies ist ein weiterer Grund, die Aktien des Unternehmens aufzustocken, auch um den Einstandskurs zu reduzieren.
2. Novo Nordisk: Senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Solarmodule und erneuerbare Energie sind bekannte Themen der ökologischen Nachhaltigkeit: Sie wirken dem Klimawandel entgegen. Doch auch die soziale Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt.
Die Erforschung von Krebsmedikamenten und die Behandlung von Krankheiten hilft uns Menschen, ein längeres und besseres Leben zu führen. So meldete diese Woche das dänische Unternehmen Novo Nordisk von einer Studie, dass sein Medikament zur Gewichtsabnahme das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziere.
Novo Nordisk befindet sich seit Beginn, im Herbst 2021, im Musterportfolio Nachhaltigkeit. Das war mutig, denn der weltweite Marktführer für Medikamente gegen Diabetes war bereits ambitioniert bewertet und ein Liebling unter Börsianern.
Für mich war entscheidend, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Spritze gegen Übergewicht erforscht wurde. Mittlerweile hat das Adipositas-Medikament in den USA großen Erfolg – und prominente Patienten: Oprah Winfrey und Elon Musk haben mit dem Medikament namens Wegovy ihr Gewicht reduziert.
Im Bereich Nachhaltigkeit liefert Novo Nordisk den Investoren eine hohe Transparenz, Produktsicherheit und Ethik. Der einzige Kritikpunkt besteht derzeit in der Preisgestaltung und Erschwinglichkeit von Wegovy. Hier wird sich mit zunehmender Verbreitung und dem Aufkommen von Wettbewerbern ein Regulativ finden.
Die Gewichtung von Novo Nordisk wurde bereits vor längerer Zeit reduziert. Mit der Restposition bleibe ich weiter engagiert.
3. Schneider Electric: Hilft, CO2-Emissionen zu verringern
Als drittes Beispiel für ein nachhaltiges Unternehmen ist Schneider Electric interessant. Der französische Konzern ist vielseitig im Bereich Automation und Energieverteilung tätig und übernimmt eine wichtige Position in Europas Transformation zu grüner Technologie.
Die Produkte sind stark auf Energieeffizienz ausgerichtet und helfen, die CO2-Emissionen zu verringern. Mit einem Kursplus von rund 25 Prozent seit Kauf deckt sich der Anspruch von Investoren, mit Nachhaltigkeit auch eine gute Rendite zu erwirtschaften.