Amazon, Tesla, Microsoft: Der fragwürdige Boom der Tech-Aktien: Droht eine zweite Dotcom-Blase?
Die Werte an der Technologiebörse haben im vergangenen Jahr trotz der Coronakrise kräftig zugelegt.
Foto: ReutersDüsseldorf. Eine ähnliche Entwicklung gab es schon einmal – und sie endete nicht gut: Mit solchen Gedanken im Kopf schauen erfahrene Börsianer auf den Höhenflug der Technologie-Aktien im laufenden Jahr. Einen ähnlichen Boom der damals noch jungen Tech-Aktien gab es Ende der Neunzigerjahre. Der Boom vor zwei Jahrzehnten war noch stärker – und endete ab dem März 2000 im Crash samt dreijähriger Baisse.
Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq brach damals um 80 Prozent ein. Ausgehend von den Internet-Werten der sogenannten „New Economy“ erfasste der Abwärtssog die Aktienmärkte weltweit. Der Dax verlor 75 Prozent. Einen so beispiellosen Absturz hatte es seit der Weltwirtschaftskrise und dem Crash von 1929 nicht mehr gegeben.
Sicher, anders als damals erwirtschaften diesmal viele der bei Anlegern besonders beliebten US-Technologiekonzerne Milliardengewinne – und steigern diese auch zuverlässig Jahr für Jahr. Das macht ihre Aktien weniger anfällig für einen Crash. Dennoch gibt es gefährliche Parallelen.
Genau wie in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre legen auch diesmal die Kurse viel schneller zu als die Firmengewinne. Die Realwirtschaft hält mit der Spekulation an der Börse nicht Schritt. Das lässt sich ablesen an den stetig steigenden Unternehmens- und Aktienbewertungen. Seit 2019 haben sich die Kurse an der weltweit größten Technologiebörse Nasdaq verdoppelt. Im selben Zeitraum legten die Gewinne der dort notierten Unternehmen nur um knapp zehn Prozent zu.