Anlagestrategie: Experten von Blackrock und UBP: Anleihen sind jetzt attraktiver als Aktien
Für einen breiten Einstieg am Aktienmarkt ist es laut Experten noch zu früh. Kapitalmarkstrategen setzen dagegen auf Anleihen.
Foto: Getty Images CreativeFrankfurt. Eine Diskussion beherrscht aktuell die Märkte: Wann werden die Notenbanken wieder auf einen etwas lockereren Kurs in der Geldpolitik einschwenken, die Zinsen also nicht mehr im Tempo der vergangenen Monate erhöhen? Die Hoffnung auf einen „Pivot“, einen Wendepunkt, ließ die Aktienmärkte zuletzt steigen. Der deutsche Leitindex Dax und sein US-Pendant Dow Jones liegen mittlerweile je 20 Prozent über ihren Jahrestiefs.
Experten wie Ann-Katrin Petersen, Senior-Kapitalmarktstrategin bei der weltgrößten Fondsgesellschaft Blackrock, und Mohammed Kazmi, in London ansässiger Portfoliomanager und Makrostratege der Schweizer Union Bancaire Privée (UBP), warnen allerdings vor weiteren Kursschwankungen am Aktienmarkt. „Die Märkte unterschätzen das Rezessionsrisiko und die Beharrlichkeit der Inflation“, sagt Petersen.
Für einen breiten Einstieg am Aktienmarkt ist es aus ihrer Sicht daher noch zu früh. Sie setzen auf eine andere Anlageklasse: Anleihen.
Petersen und Kazmi glauben, dass die beharrliche Inflation für längere Zeit zu einer straffen Geldpolitik durch Notenbanken wie die Fed in den USA und die Europäische Zentralbank (EZB) führen wird, als viele Investoren und Investorinnen heute einkalkulieren. Die Zinsen würden dann länger auf einem hohen Niveau bleiben, als aktuell an den Märkten eingepreist.