Anlagestrategie: Inflation und Zinsen entfalten an den Börsen nur langsam ihr Gift – Wie sich Anleger am besten dagegen wappnen
Dass sich steigende Zinsen negativ auf Aktienkurse auswirken, belegen Statistiken.
Foto: Photodisc/Getty ImagesDüsseldorf. Noch im vierten Quartal will Amerikas Notenbank damit beginnen, die monatlichen Anleihekäufe herunterzufahren. Damit passiert genau das, worüber sich Anleger schon lange sorgen: die Zinswende und Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik.
Doch anders als befürchtet, fielen die Aktienkurse nicht. Eine Ursache ist wohl das behutsame Vorgehen: Frühestens 2022 wird es den ersten Zinsschritt geben, und das auch „nur“ in den USA. Die Europäische Zentralbank will von einem Ende ihrer Nullzinspolitik nichts wissen, trotz stetig steigender Preise.
In der Euro-Zone sind die Verbraucherpreise im August um drei Prozent gestiegen, in Deutschland sogar um 3,9 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit 28 Jahren. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält zum Jahresende monatliche Raten von bis zu fünf Prozent für möglich.
Zwar gelten viele preistreibende Effekte als vorübergehend, etwa das teurere Öl. Doch die hohe Nachfrage und Preissteigerungen bei Halbleitern, Stahlerzeugnissen, Holz, Papier und vielen anderen Produkten nähren Zweifel an den Beschwichtigungen, wonach die Inflationsraten rasch wieder sinken werden.