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Dax-Umfrage Anleger misstrauen der aktuellen Dax-Rally

An der Börse nehmen Verunsicherung und Pessimismus aktuell zu. Weitere Kurssteigerungen am Aktienmarkt sind längst nicht selbstverständlich.
02.06.2020 - 17:02 Uhr Kommentieren
Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten wie die Privatanleger ab. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Die Profis sichern sich derzeit an den Märkten wie die Privatanleger ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax hat am Dienstag eine wichtige Marke überschritten: Das deutsche Börsenbarometer stieg zeitweise wieder über 12.000 Punkte. Auf solch einem Niveau lag der Leitindex zuletzt Anfang März dieses Jahres.

Damit konnte die Frankfurter Benchmark seit ihrem Tief vom 16. März mit 8255 Punkten mehr als 45 Prozent zulegen. Solch ein Anstieg lässt viele technische Analysten erwarten, dass die Baisse zum Jahresanfang, die nur einen Monat gedauert hat, nicht mehr fortgesetzt wird.

Allerdings dürfte es der Leitindex auch schwer haben, seine Kurssteigerungen fortzusetzen. Der Markt gilt aus technischer Sicht als überkauft, ist also zu schnell zu hoch gestiegen und damit anfällig für eine Korrektur.

Auch die aktuelle Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zeigt, dass weitere Kurssteigerungen kein Selbstläufer sind. „Der Dax steht auf wackligen Beinen“, meint Stephan Heibel nach Auswertung der wöchentlichen Stimmungserhebung unter mehr als 3500 Anlegern.

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    Er begründet seine Ansicht mit der hohen Verunsicherung und dem großen Zukunftspessimismus der Investoren. „Mag sein, dass Anleger aus Angst, die Rally zu verpassen, die Kurse nach oben getrieben haben“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. Doch diese Investoren würden gemeinsam mit den Pessimisten bei erster Gelegenheit Gewinne mitnehmen und ihre Positionen verkaufen.

    Grafik

    Zwar haben sich die Börsen viel besser entwickelt, als von Anlegern vor einigen Wochen noch befürchtet wurde. Doch gleichzeitig bleiben die Risiken weiterhin groß, weil noch eine Frage geklärt werden muss: Wie wird die neue Normalität nach Corona aussehen?

    Heibel hält die Rally für eine willkommene Gelegenheit für einige Anleger, die ihr Portfolio während der Krise unverändert ließen, sich nun von einer Reihe von Aktien zu trennen. Gleichzeitig dürfte eine Konsolidierung für neue Kaufgelegenheiten sorgen, schließlich gebe es Unternehmen, die nach der Coronakrise besser dastehen könnten als vorher. „Der Blick ins Detail wird wichtiger“, meint der Börsenexperte.

    Doch warum gab es trotz des großen Pessimismus hierzulande so hohe Kursgewinne? Für den Verhaltensökonomen Joachim Goldberg könnten dafür vor allem ausländische Investoren verantwortlich gewesen sein. Denn die Mai-Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern habe gezeigt, dass internationale Investoren in Aktien der Euro-Zone deutlich unter- und in US-Werten übergewichtet waren. „Daher ist es gut möglich, dass dieses Ungleichgewicht inzwischen zugunsten hiesiger Aktien verringert wurde“, meinte er am vergangenen Mittwoch.

    Denn die Auswertung der Anlegerumfrage der Börse Frankfurt, die Goldberg auswertet, zeigt: Sowohl heimische Privatanleger als auch institutionelle Investoren haben sich gegen den Trend gestellt und auf fallende Kurse spekuliert.


    In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?
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    Die Werte der Handelsblatt-Umfrage im Detail: Die Stimmung unter den Anlegern ist aufgrund der Rally in der Vorwoche kräftig angestiegen. Das Sentiment, der kurzfristige Stimmungswert, stieg auf 2,9. Zur Einordnung: Ab einem Wert von vier ist die Stimmung euphorisch, was ein Indikator für in der Folge fallende Kurse ist. Das Sentiment ist derzeit zwar noch weit von einer Euphorie entfernt, der Umschwung ist aber trotzdem beachtlich: Vor zwei Wochen lag der Wert noch bei minus 2,9.

    Trotz der steigenden Kurse und der ebenfalls guten Stimmung bleiben die Anleger verunsichert, was eher untypisch ist. Normalerweise strotzen sie in solchen Situationen vor Selbstsicherheit, weil sie von Kursgewinnen profitiert haben. Doch mit einem aktuellen Wert von minus 1,5 sind sie weiterhin alles andere als zufrieden mit ihren Anlageentscheidungen, Zweifel dominieren noch immer. Auch ein Indiz, warum ausländische Investoren für die steigende Dax-Kurve gesorgt haben könnten.


    Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?
    Angaben in Prozent


    Und die Zahl der Pessimisten bei der Zukunftserwartung wird größer. Der Wert von minus 1,7 zeigt: Immer mehr Anleger halten den jüngsten Anstieg für überzogen und fürchten schon bald wieder fallende Kurse.

    Die Folge daraus: Bei der Investitionsbereitschaft sind Kauf- und Verkaufsabsichten fast gleich, dieser Indikator notiert mit 0,7 im neutralen Bereich. „Das ist bemerkenswert, da eine ganze Reihe von Umfrageteilnehmern gegenüber der Vorwoche direkt von Kaufen auf Verkaufen gestellt hat“, erläutert Sentimentexperte Heibel.

    Der Blick auf andere Indikatoren

    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, zeigt mit einem Wert von minus acht weiterhin eine große Absicherungsneigung an. Viele Privatanleger fürchten, die in der Erholung erzielten Kursgewinne wieder zu verlieren. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet. Ein solch hoher Negativwert bedeutet, dass die Zahl der Short-Produkte gegenüber den Long-Derivaten in den Depots deutlich überwiegt.


    Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?
    Angaben in Prozent


    Ganz anders verhalten sich institutionelle Anleger, die an der Frankfurter Terminbörse Eurex handeln. Das aktuelle Put/Call-Verhältnis zeigt weiterhin einen steigenden Risikoappetit der Profis an. Das gleiche Bild zeigt das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE, auch US-Anleger positionieren sich weiter für steigende Kurse. Dort könnten schon bald extrem „bullishe“ Werte erreicht werden, was Anleger vorsichtig werden lassen sollte.

    US-Fondsmanager haben laut der Erhebung ihre Investitionsquote um 18 Prozentpunkte auf 82 Prozent hochgefahren. Diese Anlegergruppe hat also in die steigenden Kurse der vergangenen Tage hinein gekauft und musste den Kursen somit hinterherlaufen. Unter US-Privatanlegern dominieren demnach weiterhin die Bären mit einer Bulle/Bär-Quote von minus neun Prozent.


    Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?
    Angaben in Prozent


    Der anhand technischer Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte bleibt mit einem Wert von 50 im neutralen Bereich. Andere kurzfristige technische Indikatoren mahnen hingegen zur Vorsicht. Sie zeigen einen überkauften Markt an, der zu schnell zu hoch gestiegen ist und deswegen Korrekturpotenzial hat.

    Mehr: Kommentar zur Börsenrally: Die Börsen malen die Zukunft derzeit viel zu rosig.

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