Flossbach, Ehrhardt & Co.: Profi-Anleger über Jugendsünden an der Börse
Sieben Anlageprofis erzählen dem Handelsblatt, was sie gern früher gewusst hätten. Und wo sie in ihren Karrieren danebengelegen haben.
Foto: PR (7)München, Frankfurt. Bei Deutschen und Aktien sind die wenigsten geneigt, von einer Liebesbeziehung zu sprechen. Zwar gab es Ende der 1990er-Jahre eine romantische Phase am Neuen Markt. Unter diesem Namen richtete die Deutsche Börse ein Segment ein, das jungen Unternehmen aus Zukunftsbranchen den Börsengang schmackhaft machen sollte.
Viele Anleger stiegen damals euphorisch am Aktienmarkt ein. Allerdings folgte der Absturz nur wenige Jahre später. Viele kehrten daraufhin der Börse den Rücken.
Während der Coronapandemie entdeckten einige Deutsche die Börse neu für sich. Laut Deutschem Aktieninstitut stieg die Zahl derjenigen, die Aktien oder Fonds in ihren Depots haben, im Jahr 2020 um über 2,7 Millionen. Besonders schnell wuchs und wächst die Gruppe der Aktionäre unter 30.
Sieben Investmentprofis erzählen hier davon, welche Lektionen sie im Laufe der Jahrzehnte gelernt haben. Damit weder Sie noch erfahrene Anleger den Mut verlieren, wenn wieder Crashs kommen.
Anja Mikus
Anja Mikus ist Vorstands- und Investmentchefin des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo).
Foto: Pressefoto„Kurseinbrüche und Krisen muss und kann man aushalten“
Als Anja Mikus 1978 ihre Ausbildung zur Industriekauffrau startete, gab es zwar schon jede Menge börsennotierter Unternehmen. Aber der deutsche Aktienmarkt steckte noch in seinen Kinderschuhen. Das Gleiche galt, so Mikus, für die Geldanlage über Investmentfonds. Daher war es vorgezeichnet, dass sie nach dem BWL-Studium als Rentenfondsmanagerin startete.