Inflation: Konjunkturerwartungen der Börsianer auf höchstem Wert seit Kriegsausbruch
Die Inflationsrate hatte im Oktober mit 10,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit 1951 gelegen, ging im November aber auf 10,0 Prozent zurück.
Foto: IMAGO/IlluPicsBerlin. Börsenprofis blicken wegen nachlassender Inflationssorgen so optimistisch auf die deutsche Wirtschaft wie seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine nicht mehr. Das Barometer für deren Einschätzung zur Konjunktur in den nächsten sechs Monaten stieg im Dezember um unerwartet starke 13,4 Zähler auf minus 23,3 Punkte und damit bereits den dritten Monat in Folge, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 180 Analysten und Anlegern mitteilte.
Das ist der höchste Wert seit Februar: Damals lag das Barometer aber mit gut 54 Punkten noch deutlich im Plus. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 26,4 gerechnet. Die Börsianer bewerteten die aktuelle Lage ebenfalls besser.
„Die Finanzmarktexpertinnen und -experten gehen mit großer Mehrheit von einem Rückgang der Inflationsrate in den nächsten Monaten aus“, begründete ZEW-Präsident Achim Wambach den positiven Trend. „Zusammen mit der zwischenzeitlichen Entspannung an den Energiemärkten führt dies zu einer klaren Verbesserung des konjunkturellen Ausblicks.“