Investmentstrategie: Wie die US-Regierung die nachhaltige Geldanlage bekämpft
Noch vor der Präsidentenwahl im November soll der Vorschlag des US-Arbeitsministeriums in einen Gesetzesvorschlag umgewandelt und dann verabschiedet werden.
Foto: SenvionFrankfurt. Es sind Proteste in der Finanzwelt, wie es sie in den USA selten gegeben hat. Selbst große Vermögenverwalter wie State Street Global Advisors positionieren sich derzeit gegen einen Vorschlag des dortigen Arbeitsministeriums, nach dem die Verwalter privater Pensionsgelder belegen müssten, dass sie bei ihren Investments durch die Orientierung an Nachhaltigkeitskriterien keine Ertragseinbußen in Kauf nehmen. Noch vor der Präsidentenwahl im November soll der Vorschlag in einen Gesetzesvorschlag umgewandelt und dann verabschiedet werden.
Die Pläne wurden im Juni bekannt und sind so weitreichend, dass sie sogar altbekannte Regeln der Finanzwelt ins Wanken bringen. In der Vergangenheit schauten die Finanzexperten in der Alten Welt immer in die Neue Welt, wenn es um neue Trends ging. Und diese Trends breiteten sich dann regelmäßig mit Zeitverzögerung in Europa aus. Dieses Mal dürfte das anders sein.
In Europa und auch der Wissenschaft gilt als belegt, dass verantwortliches Anlegen nicht nur keine Risiken verstärkt, sondern sie eher senkt. Das illustriert beispielsweise ein Blick auf die Ergebnisse in Deutschland zugelassener Investmentprodukte. Über zehn Jahre erwirtschafteten Aktienfonds mit Nachhaltigkeitsausrichtung 0,7 Prozentpunkte mehr an jährlicher Rendite im Vergleich zu Strategien ohne diesen Fokus.