Wirtschaft: ZEW-Konjunkturbarometer sinkt – „Inflation und Geldpolitik belasten“
Die führenden Institute rechnen wegen der allmählich nachlassenden Inflation nicht mehr mit einer Rezession in Deutschland.
Foto: dpaBerlin. Börsenprofis blicken wegen der hohen Inflation und steigender Zinsen erneut pessimistischer auf die deutsche Wirtschaft. Das Barometer zur Einschätzung der Konjunktur in den nächsten sechs Monaten fiel im April um 8,9 auf 4,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 172 Analysten und Anlegern mitteilte.
Der Indikator signalisiere damit, dass bis Herbstbeginn keine nennenswerte Verbesserung der konjunkturellen Situation zu erwarten sei. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 15,3 Zähler gerechnet.
Mit dem zweiten Rückgang in Folge fiel das Barometer auf ein Jahrestief. Im März hatte eine Serie von zuvor fünf Anstiegen in Folge abrupt geendet, weil die Turbulenzen um die Credit Suisse und die Pleite der Silicon Valley Bank die Sorge vor einer Finanzkrise 2.0 schürten.
Die Einschätzung der konjunkturellen Lage verbesserte sich dagegen im laufenden Monat überraschend deutlich: Dieser Wert stieg im April um 14,0 Punkte, verharrt aber mit minus 32,5 Zählern klar im negativen Bereich.