„30 Prozent in Teilzeit ist zu viel“: Commerzbank-Vorständin löst Debatte aus
Frankfurt. Sabine Mlnarsky berichtet im Karrierenetzwerk LinkedIn regelmäßig, was sie gerade denkt oder tut. Meist geht es dabei um wenig kontroverse Themen wie Reisen, Firmenevents oder den Wiener Opernball. Mit einem Post zur „Teilzeitkultur“ in Deutschland hat die Personalchefin der Commerzbank nun jedoch Kritik auf sich gezogen.
Die Managerin hat damit zudem die Debatte über ein Thema befeuert, das auch in anderen Unternehmen, der Politik und der Wissenschaft heiß diskutiert wird: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Und was können Unternehmen und der Staat tun, damit Menschen länger beruflich aktiv sind?
Mlnarsky hat ihren umstrittenen LinkedIn-Eintrag bereits Mitte Mai veröffentlicht und darin die wichtigsten Botschaften eines Auftritts bei einer Bankenkonferenz in Wien zusammengefasst. Die Österreicherin sprach dort über Strategien, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Neben mehr qualifiziertem Zuzug und einem größeren Augenmerk auf Ausbildung und Umschulungen forderte sie auch niedrigere Teilzeitquoten in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).
Betriebsrätin: „Das ist 90er-Jahre-Rhetorik“
„Wir müssen uns in der DACH-Region von der Teilzeitkultur wieder lösen“, schrieb Mlnarsky. „30 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit – das ist einfach zu viel.“
Bei einigen Beschäftigten der Commerzbank sowie im Betriebsrat kamen diese Äußerungen nicht gut an. Das zeigen mehrere Nachrichten aus einer internen Chatgruppe, die dem Handelsblatt vorliegen.