Banken: Italienische MPS erreicht ersten Erfolg im Übernahmekampf
Frankfurt. Anleger des italienischen Geldhauses Mediobanca haben dem Konkurrenten Monte dei Paschi di Siena (MPS) etwa 13 Prozent der Aktien des Unternehmens zum Kauf angeboten. Das in Siena ansässige Kreditinstitut erzielt damit den ersten bedeutenden Erfolg bei der Übernahmeofferte für den Mailänder Rivalen.
Die Mediobanca-Aktien wurden am Donnerstag angeboten, wie aus einer Mitteilung der italienischen Börse vom selben Abend hervorgeht. Dabei wurden keine Angaben dazu gemacht, von wem die Aktien stammen. Eine Meldung vom Vortag wies lediglich ein Angebot von 0,06 Prozent der Aktien aus.
MPS-Chef Luigi Lovaglio sagte in einem Bloomberg-TV-Interview im vergangenen Monat, er sei zuversichtlich, dass die Mediobanca-Aktionäre mehr als den von ihm gesetzten Zielwert von 66 Prozent des Aktienkapitals zum Kauf anbieten werden. Eine „de facto“-Kontrolle des Konkurrenten könne er jedoch schon mit 35 Prozent erreichen.
Der Plan von Monte dei Paschi wird bereits von Investoren unterstützt, die zusammen einen Anteil von 30 Prozent halten: die milliardenschwere Familie Del Vecchio und der Bauunternehmer Francesco Gaetano Caltagirone. Die Angebotsfrist begann am 14. Juli und endet am 8. September.
Mediobanca-Chef Alberto Nagel hat das Angebot abgelehnt. Stattdessen hat Nagel eine Übernahme der Banca Generali vorgeschlagen – ein Schritt, der als Verteidigungsmaße gewertet wurde.