1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Banken + Versicherungen
  4. Banken
  5. Affäre um malaysischen Staatsfonds 1MDB

Affäre um malaysischen Staatsfonds 1MDBBis zu 30 Jahre Gefängnis: US-Jury spricht Ex-Goldman-Banker in Korruptionsaffäre schuldig

Es war einer der spektakulärsten Betrugsfälle der Wall Street. Nun muss ein ehemaliger Goldman-Sachs-Banker dafür ins Gefängnis. 09.04.2022 - 01:01 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Jury befand den 49-jährigen in allen Anklagepunkten schuldig.

Foto: Reuters

New York. Roger Ng ist am Freitag in der Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB schuldig gesprochen worden. Der achtwöchige Gerichtsprozess brachte eine ganze Reihe pikanter Details um Ng und seinen ehemaligen Chef, den deutschstämmigen Tim Leissner ans Tageslicht. Die Jury befand den 49-jährigen Ng nun in allen Anklagepunkten schuldig, darunter Verstöße gegen amerikanische Anti-Bestechungs- und -Geldwäsche-Gesetze.

Laut Anklage soll er durch seine Rolle bei dem Skandal selbst über 35 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) ergaunert haben. Der milliardenschwere 1MDB-Fonds war 2009 zur Wirtschaftsförderung Malaysias eingerichtet worden. Im Laufe von zwei Jahren verdiente Goldman etwa 600 Millionen Dollar Gebühren für die Begleitung dreier Anleihen, die 1MDB 6,5 Milliarden Dollar in die Kassen spülten – ein ungewöhnlich hohes Honorar für staatsnahe Transaktionen.

Ex-Regierungsmitglieder und dubiose Berater sollen jedoch - mit Hilfe von früheren Goldman-Mitarbeitern - den Großteil der Mittel veruntreut haben. Als Strippenzieher gilt der dubiose Finanzier Jho Low.

Low, 1981 geboren, soll beste Verbindungen zu den wichtigsten Entscheidern seines Landes gehabt haben. So soll er den größten Betrugsskandal in der jüngeren Geschichte orchestriert haben. Weil er die Nähe zu Hollywoodstars wie Leonardo DiCaprio suchte, finanzierte er dem Film „The Wolf of Wall Street“, in dem es ironischerweise um Betrügereien und Exzesse in Amerikas Finanzwelt geht.

Andere Teile des Geldes flossen laut Staatsanwaltschaft über verschiedenste Kanäle in Luxusgüter aller Art: millionenschweren Schmuck, Luxusimmobilien, Kunst.
Zu Lows Kunstsammlung zählen Medienberichten zufolge Werke von Claude Monet und Mark Rothko. Er soll zudem der anonyme Käufer sein, der 2015 Picassos Werk „Die Frauen von Algier“ für einen Rekordpreis von 179 Millionen Dollar ersteigert hat.

Goldman akzeptierte im Oktober 2020 bei einem Vergleich eine Strafe in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar. Leissner hatte sich schuldig bekannt und einen Deal mit der Strafverfolgung geschlossen. Beim Prozess belastete er seinen ehemaligen Kollegen schwer.

Ng bleibt auf Kaution frei, noch wurde kein Datum für die Urteilsverkündung genannt. Dem früheren Investmentbanker drohen bis zu 30 Jahre Gefängnis. Seine Anwälte hatten ihn als Leissners Gehilfen dargestellt, als einen gewissenhaften Banker, der als Erster die Goldman-Compliance vor dem Treiben des malaysischen Finanziers Jho Low gewarnt habe. Die Strategie ging jedoch nicht auf.

Ng ist der erste und vermutlich der einige Banker im Fall 1MDB, der durch einen Gerichtsprozess musste. Finanzier Low ist bereits vor Jahren untergetaucht.

„Es ist ein Erfolg, nicht nur für die Rechtsstaatlichkeit“, sondern auch für Malaysia, sagte Staatsanwalt Breon Peace nach der Entscheidung der Jury. „Der Angeklagte und seine Komplizen haben 1MBD nicht als ein Mittel gesehen, um Gutes für das malaysische Volk zu tun, sondern um sich selbst mit Bergen von Geld zu bereichern, die sie aus dem Fonds abgezweigt haben.“

asd, feho, dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt