Algebris-Chef: Investor Davide Serra: „Deutschland sollte Christian Sewing eine Statue bauen“
Der Chef und Gründer des Asset-Managers Algebris spricht gerne Klartext – und hat kein Problem, wenn er damit auch mal aneckt.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Davide Serra zählt nicht zu den größten, aber zu den freimütigsten Investoren im europäischen Bankensektor. Während sich die meisten seiner Kollegen gerade bei kontroversen Themen bedeckt halten, spricht der Mann aus Genua gerne Klartext – und hat kein Problem, wenn er damit auch mal aneckt.
Serra hat in seiner Jugend in Italien professionell Volleyball gespielt. Später machte er als Bankenanalyst Karriere – zunächst bei der Schweizer Großbank UBS, dann bei Morgan Stanley. 2006 gründete der Manager, der neben der italienischen auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt, in London den Asset-Manager Algebris. Mittlerweile verwaltet er 16 Milliarden Euro.
„Ich habe ein italienisches Herz, aber ein britisches Hirn“, sagte Serra vor einigen Jahren der „Financial Times“, die ihn als einen der „meistbeachteten Investoren im europäischen Bankensektor“ adelte. Die Entwicklung der europäischen Geldhäuser sieht Serra kritisch – und spricht aus, was auch viele andere angelsächsische Investoren denken.
„Politiker und Regulatoren in den USA haben verstanden, dass Banken profitabel sein müssen“, sagte Serra dem Handelsblatt. In Europa sei es für Geldhäuser wegen der Auflagen der Bankenaufsichtsbehörden dagegen sehr viel schwieriger, hohe Gewinne einzufahren.