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JP-Morgan-Zentrale in New York

Experten erwarten bei der US-Großbank ein Gewinnplus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

(Foto: Reuters)

Ausblick auf Quartalszahlen Was die Milliardengewinne der US-Banken Anlegern verraten

Gleich drei US-Großbanken legen heute wohl starke Zahlen für das vergangene Jahr vor. 2020 könnte für die Wall-Street-Häuser deutlich schwieriger werden. Die drei wichtigsten Fragen.
14.01.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren

New York Bank-Aktien waren die großen Stars 2019. JP Morgan, Bank of America und Citigroup, die drei größten Banken des Landes, konnten ihre Kurse um jeweils mehr als 40 Prozent steigern und wuchsen damit mehr als der Bankenindex der Investmentbank KBW, der um gut 32 Prozent stieg.

Grund dafür waren auch die großen Rückkaufprogramme. Die Finanzinstitute des breit gefassten Aktienindexes S&P 500 haben im dritten Quartal Aktien im Wert von knapp 48 Milliarden Dollar zurückgekauft – ein neuer Rekord.

Der Trend hielt Analysten zufolge auch im vierten Quartal an. Sie gehen davon aus, dass die großen Finanzinstitute im vierten Quartal erneut Milliardengewinne melden werden. Bei Branchenprimus JP Morgan, der gemeinsam mit der Citigroup und Wells Fargo am Dienstag die Bilanzsaison startet, erwarten Analysten ein Gewinnplus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, bei der Citigroup wird ein Plus von 14 Prozent erwartet.

Branchenweit rechnen Analysten der Investmentbank KBW mit einem Gewinnplus von sechs Prozent. Doch die großen Wall-Street-Häuser müssen die Aktionäre auf etwas weniger Euphorie in diesem Jahr einstellen. Gegenüber dem dritten Quartal 2019 hat sich die Lage laut KBW bereits eingetrübt. Banken gelten als ein wichtiges Stimmungsbarometer für die gesamte Wirtschaft, die Schätzungen von Ökonomen zufolge in diesem Jahr etwas langsamer wachsen wird.

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    Das sind die drei Dinge, die bei der Vorstellung der Zahlen für das vierte Quartal wichtig werden könnten.

    1. Wie wirken sich Zinssenkungen auf Banken aus?

    Drei Mal hat die US-Notenbank Fed den Leitzins im vergangenen Jahr gesenkt, zuletzt auf die Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent, um die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Das wird sich auch in den Quartalszahlen der US-Banken bemerkbar machen.

    Niedrigere Zinsen bringen sowohl Vor- als auch und Nachteile für die Banken. Zum einen drücken sie auf den Zinsüberschuss. Das ist die Differenz zwischen dem, was Banken für die Vergabe von Krediten verlangen können und dem, was sie für Einlagen zahlen müssen. Zum anderen kurbeln niedrigere Zinsen jedoch die Kreditvergabe an. Laut Daten der Fed hatten die 25 größten US-Banken Ende Dezember 1,2 Billionen Dollar an Konsumentendarlehen ausgereicht. Das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

    Davon dürften laut RBC Capital-Analyst Gerard Cassidy vor allem Banken wie JP Morgan und Citigroup profitieren, die ihr Verbraucherkreditgeschäft in den vergangenen Jahren ausgebaut haben. „Für die Banken ist das ein sehr profitables Geschäft“, stellt Cassidy klar.

    Auch die Zahl der Eigenheimkredite legte deutlich zu, wovon die krisengeschüttelte Bank Wells Fargo profitieren könnte. Wells Fargos neuer Vorstandschef Charles Scharf wird sich am Dienstag zum ersten Mal den Fragen der Analysten stellen. Der frühere Chef der Bank of New York Mellon trat im Oktober an und hat sich bislang nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.

    Medienberichten zufolge hat er viel Zeit mit den Mitarbeitern der Bank verbracht und will eine neue Strategie vorlegen, damit das Haus diverse Skandale um Scheinkonten und dem Versagen der Compliance-Abteilung beilegen kann. Amerikas viertgrößte Bank nach Vermögenswerten musste in den vergangenen Jahren gleich mehrmals den Chef auswechseln, Strafzahlungen in Milliardenhöhe leisten und bekam von Aufsichtsbehörden eine Wachstumssperre auferlegt, bis die Probleme beseitigt sind.

    Die Kreditvergabe für Unternehmen war Analystenschätzungen zufolge dagegen weniger robust im vierten Quartal. Unternehmenslenker sind vom Handelskrieg weiter verunsichert und halten sich mit Investitionen zurück.

    Gleichzeitig haben viele Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits große Summen an Krediten aufgenommen, um von den günstigen Konditionen am Markt zu profitieren und haben daher keinen großen Bedarf. Daten der US-Notenbank Federal Reserve zeigen, dass sich die Vergabe für Unternehmenskredite bereits im gesamten Jahr 2019 verlangsamt hat.

    2. Wie ist die Lage im Investmentbanking?

    JP Morgans Finanzchefin Jennifer Piepszak hatte im Dezember bereits durchblicken lassen, dass das vierte Quartal in etwa auf Vorjahresniveau enden wird. Die Zahl der abgeschlossenen Fusionen und Übernahmen ging im Schlussquartal zurück, doch die Pipeline für das laufende Jahr könnte gut gefüllt sein.

    Auch bei der Citigroup werden die Geschäfte aus der Beratung für Fusionen und Übernahmen sowie der Neuemission von Aktien und Anliehen in etwa auf Vorjahresniveau liegen, schätzt Barclays-Analyst Jason Goldberg. Bei Goldman Sachs könnte es sogar leicht zurückgehen.

    Die Bank of America hingegen könnte in vierten Quartal zu den Gewinnern der Branche gehören. CEO Brian Moynihan geht von einem Umsatzplus von drei bis vier Prozent aus, wie er bereits verriet. KBW erwartet, dass die Investmentbanking-Umsätze der größten fünf Banken um drei Prozent zurückgegangen sind. Bank of America und Goldman legen am Mittwoch ihre Quartalszahlen vor, am Donnerstag folgt Morgan Stanley.

    3. Wie steht es um das Handelsgeschäft?

    Die Unsicherheiten um den Handelsstreit zwischen den USA und China belasten auch die Kapitalmärkte schon seit Monaten, zuletzt kam noch die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten hinzu. Allerdings war das vierte Quartal 2018 besonders schwach, sodass die Banken im Jahresvergleich deutlich zulegen konnten, gerade im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen. KBW geht davon aus, dass die Umsätze hier im Schnitt um 35 Prozent höher liegen werden als vor einem Jahr, der Aktienhandel soll um zwei Prozent zugelegt haben.

    Die deutlich bessere Stimmung bestätigte auch Piepszak von JP Morgan. Sie versicherte im Dezember, dass die Handelsumsätze „deutlich besser“ seien als ein Jahr zuvor. Genaue Zahlen nannte sie jedoch nicht. Die Bank of America rechnet insgesamt mit einem Plus im Handel von sieben bis acht Prozent. Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 hat sich die Stimmung jedoch deutlich eingetrübt. KBW zufolge sind die Umsätze im Wertpapierhandel um 25 und im Aktienhandel um zehn Prozent zurückgegangen.

    Mehr: Warum JP Morgan die Konkurrenz in den Schatten stellt, lesen Sie hier.

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