Banken-Start-ups: Fintech Qonto will 2025 erstmals profitabel werden
Frankfurt. Das französische Fintech Qonto will im kommenden Jahr erstmals schwarze Zahlen schreiben: „Wir wollen deutlich stärker wachsen, gleichzeitig aber auch den Fokus auf Profitabilität haben“, sagte Mitgründer Alexandre Prot dem Handelsblatt.
Qonto, das 2017 von Prot und Steve Anavi in Paris gegründet wurde, bietet neben dem eigentlichen Bankkonto auch Dienstleistungen wie die Digitalisierung von Belegen für die Buchhaltung und Schnittstellen zu externen Firmen wie dem Softwareanbieter Datev an.
Das Angebot richtet sich an Selbstständige sowie an kleine und mittelständische Unternehmen. Qonto hatte zuletzt im Januar 2022 486 Millionen Euro von Investoren eingesammelt und war mit etwa 4,4 Milliarden Euro bewertet worden.
Bislang war das Fintech in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien aktiv. Seine Kundenzahl konnte Qonto in den vergangenen knapp 14 Monaten um 150.000 auf etwa 500.000 Kunden steigern. Wie viele es konkret in den einzelnen Märkten sind, nannte das Unternehmen nicht.
Ab Oktober geht Qonto auch in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Portugal an den Markt. „Unser Ziel ist, bis 2026 eine Million Kunden zu haben“, sagte Prot.
Das ursprüngliche Ziel von einer Million Kunden schon bis 2025 musste der Mitgründer demnach um ein Jahr aufschieben. „Grund dafür ist unter anderem die traditionelle Dominanz von Banken“, so Prot. „Viele Unternehmen müssen erst auf uns aufmerksam werden und sich dann für einen Wechsel zu uns entscheiden.“ Das brauche Zeit.
Der Profitabilität sollen diese Hürden aber nicht im Wege stehen. „Wir werden trotz der Expansion keine weiteren Investorengelder einsammeln“, sagte Prot.