Bankkarten: Girocard bald ohne Maestro-Funktion: Mastercard lässt System für Auslandszahlungen auslaufen
Mastercard will seine Maestro-Funktion in absehbarer Zeit beenden. Grenzüberschreitende Zahlungen mit Girocards würden dann über Mastercard selbst laufen.
Foto: dpaFrankfurt. Die Kundinnen und Kunden deutscher Banken müssen sich auf Veränderungen bei ihrer Girocard einstellen. Künftig wird auf vielen Girocards, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, nicht mehr das Maestro-Logo zu sehen sein, sondern „Mastercard“. Maestro ist eine Funktion des US-Kreditkartenanbieters Mastercard.
Mastercard teilte europäischen Kreditinstituten vergangene Woche mit, dass neue Bankkarten nur noch bis Sommer 2023 mit der Maestro-Funktion ausgegeben werden dürfen. Das geht aus einem Mastercard-Schreiben hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Zuerst hatte der Branchendienst „Finanz-Szene“ darüber berichtet.
Derzeit wird Maestro von zahlreichen deutschen Geldhäusern genutzt, damit Kunden mit der Girocard auch in anderen Ländern Bargeld abheben und bezahlen können – zumindest an jenen Ladenkassen, die Maestro-Zahlungen akzeptieren. Die Zahlungen in Deutschland laufen über das Girocard-System der deutschen Banken und Sparkassen.
Fast jeder deutsche Bankkunde hat eine Girocard – oder zwei davon. Es gibt mehr als 100 Millionen Girocards. Zu den Nutzern der Maestro-Funktion gehören beispielsweise die Deutsche Bank, ein Großteil der Sparkassen und viele Genossenschaftsbanken. Das Pendant des Konkurrenten Visa ist V-Pay.