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Bilanzskandal Bafin-Mitarbeiter handelten vor Pleite verstärkt mit Wirecard-Aktien

Die Finanzaufsicht hält die Käufe und Verkäufe ihrer Angestellten für nicht auffällig. Die Grünen hatten Aufschluss über die Geschäfte verlangt.
13.08.2020 - 18:53 Uhr 5 Kommentare
Der Aktienkurs von Wirecard mit dem Kürzel WDI brach nach Bekanntwerden gefälschter Bilanzen ein. Nach der Pleite sank er bis Mitte August auf etwa 1,40 Euro. Quelle: dpa
Dax-30-Kurse an der Frankfurter Börse

Der Aktienkurs von Wirecard mit dem Kürzel WDI brach nach Bekanntwerden gefälschter Bilanzen ein. Nach der Pleite sank er bis Mitte August auf etwa 1,40 Euro.

(Foto: dpa)

Frankfurt In den Monaten vor der Insolvenz des Zahlungsdienstleisters und Dax-30-Wertes handelten Beschäftigte der deutschen Finanzaufsicht Bafin mehr mit Wirecard-Papieren als zu früheren Zeiten. Im ersten Halbjahr 2020 entfielen 2,4 Prozent aller gemeldeten privaten Finanzgeschäfte von Bafin-Mitarbeitern auf Geschäfte mit Wirecard-Aktien oder -Aktienderivaten.

Dies geht aus Antworten des Bundesfinanzministeriums auf einen Fragenkatalog der Grünen hervor, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Gesamtjahr 2018 lag der Anteil demnach nur bei 1,2 Prozent, 2019 bei 1,7 Prozent. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und die ihm unterstellte Finanzaufsicht Bafin stehen wegen des Wirecard-Skandals in der Kritik.

Die Zunahme des Handels mit Wirecard-Papieren habe die Bafin mit den höheren Schwankungen des Aktienkurses durch die Medienberichterstattung und die Ad-hoc-Meldungen des Unternehmens erklärt, hieß es in der Antwort des Bundesfinanzministeriums. Die verstärkten Wirecard-Aktiengeschäfte der Bafin-Mitarbeiter seien im Vergleich zu anderen Dax-Werten, bei denen die Volatilität gestiegen sei, „nicht ungewöhnlich beziehungsweise nicht auffällig“.

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    Den Angaben des Finanzministeriums zufolge zeigten 2019 und im ersten Halbjahr 2020 circa 20 Prozent der Bafin-Beschäftigten private Finanzgeschäfte an. Sie seien alle durch die Fachvorgesetzten genehmigt worden. Damit sei bestätigt worden, dass zu den privaten Finanzgeschäften keine Kenntnisse über Insiderinformationen vorlagen.

    Im ersten Halbjahr 2020 seien bezogen auf die Geschäfte in Aktienderivaten des Unternehmens 58 Prozent Erwerbe und 42 Prozent Veräußerungen gewesen. Inwieweit Bafin-Mitarbeiter dabei durch Leerverkäufe auf Kursverluste gewettet haben, lasse sich nicht feststellen. Dazu lägen keine Informationen vor.

    Wirecard musste Ende Juni Insolvenz anmelden. Die Ermittler werfen dem früheren Vorstandschef Markus Braun und anderen Managern vor, mindestens seit Ende 2015 die Bilanzsumme und den Umsatz des Zahlungsanbieters durch Scheingeschäfte aufgebläht zu haben.

    Auf dieser Basis hätten Banken und andere Investoren insgesamt 3,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Das Geld sei voraussichtlich verloren. Wirecard, das erst im September 2018 in den Dax aufgestiegen war, fliegt noch im August aus dem deutschen Leitindex. Die Aktie, die einst bei fast 200 Euro notierte, fiel am Donnerstag um elf Prozent auf 1,43 Euro.

    Mehr: Dubiose Geldabflüsse bei Wirecard

    • rtr
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    5 Kommentare zu "Bilanzskandal: Bafin-Mitarbeiter handelten vor Pleite verstärkt mit Wirecard-Aktien"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Pascal Geier...
      spätestens seit der BAFIN-Chef sich zu Wirecard geäußert hat, weiß ich,...dass dort kein Informationsvorsprung besteht. Hätte ein jeder von uns gewusst wie einfach es möglich ist aus einem Dorfclub ein DAX-Unternehmen zu machen.

    • Ein Bekannter von mir hat via Sparkasse € 63.000,-- in Wirecard-Anleihe und irgendwas über € 20.000,-- in Wirecard-Aktien gekauft; der wird sich freuen, sowas zu lesen! Für mich persönlich war das Ganze spätestens seit Berichten der Fincial Times verdächtig - was wurde auf diese Leute seinerzeit eingeprügelt!

    • Irgendwie passt die Überschrift nicht zum Text.
      Die Überschrift suggeriert, dass es Insiderhandel in der Bafin gab und im Text steht: „nicht ungewöhnlich beziehungsweise nicht auffällig“.
      Also doch kein verstärkter Handel? Es könnte ja auch sein, dass die Mitarbeiter verstärkt Wirecard gekauft haben, in der Hoffnung auf steigende Kurse...
      Zur Frage von Herrn Geier: Vermutlich kann man den Mitarbeitern nicht einfach den Erwerb von Wertpapieren verbieten. Aber so wie es aussieht, müssen die Mitarbeiter den Handel anzeigen und sogar genehmigen lassen.


    • Aktienkultur

      Die Bankenfinanzaufsicht sammelt und verwertet Daten von Unternehmen aus ohne diese zu veröffentlichen. Sie sind verschlossen und Mitarbeiter unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.
      Wenn Mitarbeiter dieser Behörde Aktien oder Derivate handeln (Wetten eingehen) ist dies Insiderhandel.

    • Weshalb dürfen Bafin-Mitarbeiter überhaupt privat mit Aktien handeln? Sind es nicht Insider-Geschäfte? Die Bafin haben doch einen Informationsvorsprung ggü. anderen Marktakteuren.

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