Commerzbank-Aufsichtsratschef: „Die Bank hat heute weniger Fahrer als Vorstände“
Der Aufsichtsratschef hat sich für mehr Bodenständigkeit bei der Commerzbank eingesetzt.
Foto: dpaFrankfurt. Die Commerzbank arbeitet an einer neuen Strategie und will diese gegen Jahresende präsentieren. „Dabei wird sich zeigen, dass wir in den kommenden Jahren eine ordentliche Eigenkapitalrendite erwirtschaften und unsere Kapitalkosten verdienen können“, sagte Aufsichtsratschef Helmut Gottschalk dem Handelsblatt.
Es wäre das erste Mal seit der Finanzkrise 2008, dass Deutschlands zweitgrößte Privatbank ihre Kapitalkosten verdient. Diese betrugen laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr 9,2 Prozent. Im Rahmen der aktuellen Strategie, die noch bis Ende 2024 läuft, peilt die Bank eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von mehr als 7,3 Prozent an. Im vergangenen Jahr lag sie bei 4,9 Prozent.
Wegen der Notfusion von Credit Suisse und UBS sieht Gottschalk für die Commerzbank und andere ausländische Institute zusätzliche Geschäftschancen in der Schweiz. „Firmenkunden wollen schließlich Wettbewerb und nicht von einem Institut abhängig sein.“
Gottschalk steht seit April 2021 an der Spitze des Aufsichtsrats und tritt nach der Hauptversammlung Ende Mai ab. Er hat den Vorstand schärfer kontrolliert als seine Vorgänger, Privilegien wie persönliche Fahrer für jeden Vorstand hinterfragt. Mit dem Ergebnis ist der 71-Jährige zufrieden: „Die Bank hat heute weniger Fahrer als Vorstände.“