Europas neuer Banken-Gigant: Wie die UBS vom Pleite-Kandidaten in die Weltspitze aufstieg
Die UBS hat mit der Übernahme der Credit Suisse eine gigantische Marktmacht bekommen.
Foto: ReutersZürich, Frankfurt. Colm Kelleher wusste, dass er Schweizer Wirtschaftsgeschichte geschrieben hatte – doch er ließ sich nichts anmerken. Als der Verwaltungsratspräsident der UBS am vergangenen Sonntagabend erstmals öffentlich über die Übernahme des Rivalen Credit Suisse sprach, verzog er keine Miene. Mit ruhiger Stimme zählte er die Vorteile der Notfusion für die UBS-Aktionäre auf, die schließlich in dem Fazit endeten: „Das ist eine Riesenchance für uns.“
Seinem Amtskollegen Axel Lehmann von der Credit Suisse blieb nur noch der Erklärungsversuch, warum seine Bank eher keine Chance mehr hat – und nach 167 Jahren vom Markt verschwinden muss. Der rasante Vertrauensverlust der Kunden im Verlauf einer chaotischen Woche habe klargemacht: „Die Credit Suisse kann in ihrer heutigen Form so nicht weiterexistieren.“
Es war die ultimative Demütigung: Die UBS kauft den einstigen Rivalen zum Schnäppchenpreis von drei Milliarden Franken, was nicht mal 60 Prozent des letzten Börsenwerts entsprach. Ein ehemaliger Topmanager der Credit Suisse lästert: „Ich weiß gar nicht, warum Axel sich das angetan hat – er hätte zu Hause bleiben sollen.“