Finanzindustrie: Barclays will sein Geschäft in Großbritannien stärken
London. Die britische Großbank Barclays übernimmt nach eigenen Angaben das Finanzgeschäft der Einzelhandelskette Tesco für rund 600 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 700 Millionen Euro. Zugleich vereinbarten beide Unternehmen eine strategische Partnerschaft, die es Barclays erlaubt, unter der Tesco-Marke seine Finanzprodukte wie etwa Kreditkarten zu verkaufen.
„Diese strategische Partnerschaft mit dem größten britischen Einzelhändler wird dazu beitragen, neue Vertriebskanäle für unser Kredit- und Einlagengeschäft zu erschließen“, sagte Barclays-Vorstandschef C.S. Venkatakrishnan. Die Zusammenarbeit mit Tesco sei ein weiterer Beweis für das Engagement Barclays in seinem britischen Verbrauchergeschäft. Die strategische Partnerschaft mit Tesco ist auf zehn Jahre angelegt.
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Tesco ist nach Sainsbury’s die zweite britische Einzelhandelskette, die sich aus dem Bankgeschäft zurückzieht. Tesco-Chef Ken Murphy sagt: „Die Transaktion wird unsere Finanzverbindlichkeiten erheblich reduzieren, was wiederum unsere Bilanz stärkt und es uns ermöglicht, uns auf das weitere Wachstum unseres Kerngeschäfts im Einzelhandel zu konzentrieren.“
Das Geschäft mit Versicherungen, Bankautomaten und Reisedevisen will Tesco weiterführen. Der Lebensmittelhändler erwartet nach eigenen Angaben insgesamt einen Barmittelzufluss von rund einer Milliarde Pfund aus der Transaktion. Neben dem Kaufpreis profitiert Tesco dabei von der Freigabe regulatorischen Kapitals und einer früheren Dividende der Banktochter. Der Großteil der Einnahmen soll für Aktienrückkäufe verwendet werden.
Rund 2800 Tesco-Mitarbeiter aus dem Bankgeschäft werden zu Barclays wechseln. Die Transaktion muss von den Wettbewerbsbehörden noch genehmigt werden und soll in der zweiten Jahreshälfte 2024 abgeschlossen sein.