Fintech: Vermögensverwaltungs-Fintech sichert sich Millionenfinanzierung
Frankfurt. Der französische Wagniskapitalfinanzierer Partech steigt als zweiter externer Investor bei dem Münchener Fintech Qplix ein. Die Firma bietet Softwarelösungen für die Vermögensverwaltung an. Insgesamt 25 Millionen Euro erhält Qplix aus dem Growth Fund von Partech. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Mitteilung hervor, die dem Handelsblatt vorab vorlag.
„Wir wollen die Mittel nutzen, um unsere Internationalisierung voranzutreiben“, sagte einer der Gründer, Kai Linde, dem Handelsblatt. „In erster Linie haben wir dabei Europa im Sinn, insbesondere die Schweiz und Großbritannien.“ Linde weiter: „Längerfristig ist für uns auch Asien interessant, weil dort die Zahl der Family-Offices stark wächst.“
Qplix bietet eine Software an, die es Verwaltern komplexer Portfolios ermöglicht, alle Daten ihrer Portfolios an einer Stelle zu bündeln und nutzbar zu machen. Das gilt nicht nur für börsengehandelte Vermögenswerte, sondern auch für Anlagen wie Immobilien oder Oldtimer. Das ermöglicht unter anderem Auswertungen über die Wertentwicklung und den Risikogehalt des verwalteten Vermögens.
Deutsche Bank an Fintech Qplix beteiligt
Die Software nutzen vor allem Family-Offices, also Gesellschaften, die das private Großvermögen einer Familie betreuen, Multi-Family-Offices, die für mehrere vermögende Familien arbeiten, aber auch Vermögensverwalter und private Banken. Zum Kundenstamm von Qplix zählen etwa das Plattner Family-Office, der Vermögensverwalter Netfonds, die Berenberg Bank sowie die Deutsche Bank. Die Deutsche Bank ist zudem seit 2019 an Qplix beteiligt.
Partech zählt zu den bekanntesten französischen Wagniskapitalinvestoren im Technologiebereich, wie etwa Hard- und Software, digitalen Marken, Internet und E-Commerce. Der Investor ist darin erfahren, Softwarefirmen zu internationalisieren.
„Wir spüren ein wachsendes Interesse außerhalb Deutschlands“, sagt Qplix-Co-Gründer Linde. Schon jetzt betreut das Start-up internationale Kunden. Von den insgesamt rund 300 Milliarden Euro schweren Vermögensportfolios, die auf der Plattform betreut werden, stammen seiner Einschätzung nach 30 Prozent aus dem Ausland.
„Bislang sind das Kunden, die von uns gehört haben und deshalb auf uns zugehen“, sagt Linde. Mit dem frischen Geld will das Unternehmen, das 120 Mitarbeitende beschäftigt, nun aber auch aktiv auf internationale Kunden zugehen.
Qplix hat bereits gezeigt, dass es profitabel arbeiten kann. Im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete das Fintech 627.000 Euro Jahresüberschuss, zeigt der Geschäftsbericht. Qplix-Mitgründer Linde erklärt, danach habe das Unternehmen 2022 und 2023 stark in das Produkt und in Wachstum investiert. In der Folge machte Qplix in diesen beiden Jahren leichte Verluste in Höhe von 470.000 und 330.000 Euro.
„Für das Jahr 2024 erwarten wir ein positives Ergebnis auf dem Niveau von 2021“, so Linde. Rechnet man die Ergebnisse, die seit 2021 angefallen sind, zusammen, blieb das Unternehmen damit im Durchschnitt in diesem Zeitraum in den schwarzen Zahlen. Der Umsatz soll rund 15 Millionen Euro erreichen.
Erstpublikation: 18.11.2024, 10:00 Uhr.