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GeldKonkurrenz für Paypal – Wero-App steht kurz vor dem Start

Geldhäuser aus fünf europäischen Ländern wollen mit dem Bezahlsystem Wero US-Konzernen wie Paypal Konkurrenz machen. Nun startet die Wero-App, doch der große Test steht noch aus.Elisabeth Atzler 23.11.2024 - 11:00 Uhr Artikel anhören
Neuer Bezahlanbieter: Wero will PayPal Konkurrenz machen. Foto: IMAGO/Belga

Frankfurt. In der kommenden Woche startet die App des Bezahlverfahrens Wero, das zu einer europäischen Konkurrenzdienstleistung für US-Dienste wie Paypal werden soll. Auch deutsche Geldhäuser machen mit: So bietet die Postbank ihren Kundinnen und Kunden Handy-zu-Handy-Zahlungen über die neue Bezahl-App an.

„Wir gehen am Montag live mit Postbank bei der Wero-App“, sagte Dominik Hennen, Chef des deutschen Massenkundengeschäfts der Deutschen Bank, am Donnerstag.

Die Postbank gehört zur Deutschen Bank. Und auch diese wird ihren Kunden im kommenden Jahr Wero bieten, kündigte Hennen an. Die Onlinebank ING Deutschland will 2025 mit Wero-Zahlungen starten.

Seit Juli ermöglichen bereits erste Banken, darunter die deutschen Sparkassen und Volksbanken, Zahlungen über Wero – allerdings aus ihrer jeweiligen Banking-App heraus. Vorerst bleiben Sparkassen und Genossenschaftsbanken nach eigenen Angaben auch bei diesem Ansatz und setzen nicht auf die Wero-App.

Wero funktioniert per Handy-zu-Handy-Verfahren. Nutzerinnen und Nutzer können die Mobilnummer oder die E-Mails des Empfängers eingeben. Das Bezahlverfahren basiert auf Echtzeitzahlungen, auch Instant Payments genannt. Echtzeit bedeutet, dass der Betrag binnen zehn Sekunden auf dem Konto der Empfängerin oder des Empfängers gutgeschrieben wird. Ab kommendem Jahr soll aber nach und nach auch das Bezahlen im Onlinehandel und später an der Ladenkasse möglich sein.

14 Millionen registrierte Nutzer

Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), ein Gemeinschaftsunternehmen von 14 Banken und zwei Zahlungsfirmen aus fünf Ländern.

Ziel von EPI ist es, US-Konzernen wie Mastercard, Visa und Paypal ein eigenes Produkt entgegenzusetzen, mit dem Europas Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr erhöht werden soll.

Laut EPI-Chefin Martina Weimert haben sich derzeit 14 Millionen Nutzerinnen und Nutzer für Wero-Zahlungen registriert. Der Großteil davon, rund 80 Prozent, stamme aus Frankreich. Acht Millionen Transaktionen seien bislang über Wero gelaufen.

Bei den französischen Banken geht es in erster Linie um Nutzer, die bereits bei dem französischen Bezahlverfahren Paylib registriert waren und nun auch für Wero.

Martina Weimert, Chefin der European Payments Initiative: Sie geht davon aus, dass Verbraucher den geplanten digitalen Euro auch über Wero nutzen könnten. Foto: AFP/Getty Images

Aus Deutschland kommen bislang knapp 600.000 Wero-Registrierungen. So haben sich etwa 300.000 Kunden von Genossenschaftsbanken für Wero angemeldet und 280.000 von Sparkassen.

Mit dem Start der App in der kommenden Woche ist Wero spät dran. Paypal ist in Deutschland besonders populär und die beliebteste Bezahlmethode beim Onlineshopping, noch vor dem Kauf auf Rechnung. Das Unternehmen hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 35 Millionen aktive Kundenkonten, 32 Millionen davon dürften auf Privatleute zurückgehen, der Rest auf Händler.

In anderen Ländern wird die Kreditkarte stärker eingesetzt. Daher stellt sich die Frage, ob Verbraucherinnen und Verbraucher eine weitere Bezahlmethode überhaupt nutzen wollen. Wie schwierig der Aufbau eines Paypal-Konkurrenten ist, zeigt das Beispiel des deutschen Wettbewerbers Paydirekt: Die deutschen Banken hatten Paydirekt im Jahr 2015 gestartet und wickeln die Firma nun ab – wegen Erfolglosigkeit.

Die Commerzbank fehlt

Zudem ist Wero zwar ein länderübergreifendes, aber kein europaweites Angebot. Beteiligt an der EPI-Company sind neben deutschen Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen und Deutscher Bank elf weitere Geldhäuser aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, darunter BNP Paribas, Société Générale und ING. Mit Worldline und Nexi gehören zudem zwei europäische Zahlungsdienstleister der Initiative an.

EPI hat nach eigenen Angaben im Jahr 2021 Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro von seinen 16 Anteilseignern erhalten. Nun soll sich das Unternehmen selbst tragen. Die Banken müssen, wie bei Zahlungssystemen üblich, eine Art Nutzungsgebühr an EPI zahlen.

Aus Deutschland ist unter anderem die Commerzbank nicht dabei. Banken aus Italien, Portugal und Spanien beispielsweise fehlen komplett. Geldhäuser aus diesen drei Ländern haben vor wenigen Tagen erst damit begonnen, Handy-zu-Handy-Zahlungen über Ländergrenzen hinweg verfügbar machen.

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Offen ist, inwiefern der geplante digitale Euro, an dem die Europäische Zentralbank arbeitet, eine Bezahlmethode wird und in Konkurrenz zu etablierten oder neuen Bezahlverfahren auch von Banken tritt. EPI-Chefin Weimert zufolge wäre es möglich, dass Verbraucher den digitalen Euro über den Wero-Zugang nutzen. „Wir haben da experimentiert und gezeigt, dass wir den digitalen Euro integrieren können.“

Erstpublikation: 21.11.2024, 17:34 Uhr.

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